Erstellt am 06. August 2013, 10:58

Hilfswerk: Alternative zu 24-Stunden-Pflege teuer. Das System der 24-Stunden-Betreuung hat sich seit seiner Legalisierung 2007 als "wichtige Säule" des Pflegesystems etabliert, diesen Schluss zieht das Hilfswerk aus den Ergebnissen einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie.

Diesen Schluss zieht das Hilfswerk aus einer Studie. 25.000 Pflegegeldbezieher bekommen eine 24-Stunden-Betreuung. Alternativ würde die Errichtung von 25.000 Heimplätzen 2,5 Mrd. Euro kosten. Indes fordert der ÖGB ein Verbot der 24-Stunden-Pflege auf selbstständiger Basis. Im Rahmen der am Dienstag veröffentlichte Studie wurde die Bedeutung der 24-Stunden-Betreuung untersucht. Seit Schaffung der gesetzlichen Grundlagen im Jahr 2007 haben bis Ende Juli 103.139 Personen das Gewerbe der Personenbetreuung angemeldet. Davon sind derzeit 43.159 aktiv, die meisten in Niederösterreich (11.927), die wenigsten in Salzburg (1.356).

Allein seit Jänner 2013 stieg die Zahl der Personenbetreuer um 9,4 Prozent, heißt es in den Unterlagen. Vergleicht man die Zahl der Personenbetreuer in Relation zu den Pflegegeldbeziehern, ergibt sich ein differenziertes Bild: Während in Niederösterreich und dem Burgenland auf einen Betreuer sieben Pflegegeldbezieher kommen, sind es in Salzburg 18.

Laut Berechnungen der Studienautoren dürften rund 25.000 Pflegegeldbezieher eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch nehmen. Geht man von etwa 78.000 Heimplätzen aus, bedeutet das, dass die Anzahl der 24-Stunden-Betreuungen einem Drittel des Heimplatzvolumens in Österreich entspricht. Ein Ausmaß, das "weder finanziell noch organisatorisch noch personell kurzfristig kompensiert werden könnte", heißt es weiters.

Der ÖGB fordert indes ein Verbot der 24-Stunden-Betreuung auf selbstständiger Basis, dies soll nicht die Abschaffung bedeuten, sondern die Ausgestaltung der Betreuung mit fairen Arbeitsbedingungen. Laut der Vida Gewerkschaft bedeute die momentane Regelung den Verzicht auf sozialrechtliche Absicherung und kollektivvertragliche Entlohnung. Die Betreuung soll nicht mehr von Scheinselbstständigen durchgeführt werden, sondern von Angestellten die in Trägervereinen angestellt sein sollen. Die Forderung des ÖGB lehnt das Hilfswerk wegen der Mehrkosten ab.