Erstellt am 30. Juli 2015, 11:25

von APA Red

Immer öfter Diskriminierungen bei Älteren. Finanzielle Nachteile wegen des Alters nehmen zu, hielt die steirische Antidiskriminierungsstelle am Donnerstag in einer Aussendung fest.

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Die Zahl der Fälle habe sich in den vergangenen Jahren vervierfacht. Schuld sei u.a. die Regierung, die eine Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes verschleppe, meinte Daniela Grabovac, Leiterin der Stelle. Das Muster sei immer das selbe: "Einer 67-jährigen Pensionistin wurde ein Kleinstkredit verwehrt, ein Elektrogroßmarkt verweigerte einem 70-jährigen Pensionisten die in der Werbung angepriesene zinsenlose Ratenzahlung für ein TV-Gerät.

Bei einer 65-Jährigen wurde mit dem Geburtstag der Überziehungsrahmen auf null gestellt." 2012 waren der Antidiskriminierungsstelle Steiermark 15 Fälle gemeldet worden, 2014 waren es bereits 62. Seit 2012 stieg der Anteil von 3,53 Prozent aller Beschwerden aufgrund des Diskriminierungsgrundes Alter auf 10,15 Prozent (2014).

Novellierung des Gleichbehandlungsgesetzes

Drei Mal seit 2011 sei die Novellierung des Gleichbehandlungsgesetzes gescheitert, zuletzt im März 2015, sagte Grabovac und meinte weiter: "Die Zahlen von Altersdiskriminierung in der Steiermark sind alarmierend für ganz Österreich. Seniorinnen und Senioren bilden derzeit 20 Prozent unserer Gesellschaft und haben nicht dieselben Rechte wie die restliche Bevölkerung. Das muss dringend geändert werden."

Die Leiterin schickte am Donnerstag einen offenen Brief an Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und schrieb darin: "Beziehen Sie dies in den Überlegungen, Argumentationen und politischen Diskussionen mit ein, denn wir werden alle älter und könnten selbst aufgrund des Alters früher oder später diskriminiert werden."Ältere Menschen seien die Leidtragenden der noch nicht vollzogenen Novellierung des Gleichbehandlungsgesetzes.

Das Gleichbehandlungsgesetz sieht derzeit für ältere Menschen nur einen Schutz im Arbeitsleben vor, nicht aber in den Bereichen Wohnung oder Dienstleistungen. Grabovac forderte von Heinisch-Hosek einen nächsten Anlauf, bei dem neben der Diskriminierung wegen sexueller Orientierung auch das Alter mitdiskutiert werden soll, sagte sie.