Erstellt am 19. Juni 2014, 10:51

Internationale Figurentheatergruppen bei Festival. Das haus im puls in Neusiedl am See ist ab heute, Donnerstag, vier Tage lang Bühne: Bis Sonntag findet in dem Kultur- und Veranstaltungszentrum das Internationale Figurentheaterfestival "PannOpticum 2014" statt.

In Neusiedl am See findet im haus im puls von 19. bis 22. Juni das Internationale Figurentheaterfestival PannOpticum 2014 statt.  |  NOEN, Figurentheaterfestival PannOptic (APA)
Beim Festival, das bereits zum sechsten Mal vom Karin Schäfer Figuren Theater veranstaltet wird, sind heuer Produktionen von Theatergruppen aus sieben Ländern zu sehen.

Figurentheater mit Kraft und Aussage

Figurentheater als eigenständige, darstellende Kunstform sei ein sehr spannendes, unterhaltsames Genre: "Eine bewegte Figur, eine zum Leben erweckte Figur, die hat eine Kraft und eine Aussage und ist auch etwas sehr Ursprüngliches in der Kultur," so Karin Schäfer im Gespräch mit der APA: "Wenn die Figuren gut geführt werden, wenn da exakte Arbeit gemacht wird, dann hat das eine Illusion, die fast an Magie grenzt."

Die Reaktionen des Publikums seien manchmal unglaublich, "weil sie das eben nicht gewusst haben, dass das jetzt nicht zappelnde Püppchen sind, die irgendwie hin- und hergeschlenkert werden, sondern dass da ein lebendig gemachtes Objekt ihnen Geschichten erzählt und Leidenschaften vermittelt", schildert Schäfer.

Beim Figurentheater bediene man sich spezieller Ausdrucksmittel: "Es ist ein Schauspiel, es ist ein Bewegungsspiel, es geht manchmal auch in die tänzerische Ebene. Man muss körperlich gut beieinander sein, damit man Maskentheater machen kann", erzählt die Theatergründerin.

Hinsichtlich der Gestaltung der Aufführungen gebe es eine Vielzahl an Variationen - von der traditionellen Guckkastenbühne bis hin zur offenen Spielweise, wie sie etwa ein Illusionisten-Figurentheatermacher in Frankreich verwende: "Der braucht ganze Turnsäle, um seine Stücke spielen zu können." Bei den Figuren reicht dementsprechend die Bandbreite von klein über körpergroß bis hin zu übergroßen Figuren im Straßentheater.

Ein Festival mit exquisitem Programm

"PannOpticum", das alle zwei Jahre stattfindet, beschreibt Schäfer als "ein sehr kleines, feines Festival", dafür mit einem exquisiten Programm. Im haus im puls werden zwei Räumlichkeiten bespielt. Am Sonntag beim "Fest der Figur" wird das gesamte Areal zur Bühne. Am Festival nehmen heuer auch Gruppen aus Russland, Frankreich, Israel, Italien und Belgien teil. Das Publikum erwarte "ein schöner Ausschnitt aus dem Können, was Figurentheater alles an Ausdrucksmitteln zur Verfügung hat", sagt Schäfer.

Am Vormittag und Nachmittag gibt es jeweils ein Familienprogramm, dazu kommen Abendvorstellungen für erwachsenes Publikum. Dies sei ihr ein besonderes Anliegen, "weil ja das Figurentheater oft im Kopf von der Tradition her in die Kinderecke gedrängt wird", so Schäfer. Ein Anliegen sei es auch, ein genreübergreifendes Programm zu machen. Deshalb gibt es am Sonntag einen Kurzfilm-Brunch, wo die Figur im Film als Kunstmittel behandelt wird.

Puppenspieler - wie der alte Ausdruck dafür laute - "das wird man ja nicht einfach so, das plant man auch nicht", erzählt Schäfer, die heuer ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Sie sei auf den Beruf gekommen, indem sie von einer Ausbildungsstätte in Spanien erfahren habe. Nach dem Studium am Institut del Teatre in Barcelona gründete sie mit einem Kollegen ihre erste Gruppe. Hauptberuflich Figurentheater machen zu können, sei "oft ein wunderschönes Gefühl." Einerseits brauche man eine Portion Glück, andererseits auch "so einen Hauch Fanatismus, dass man das auch wirklich durchzieht die ganze Zeit".