Erstellt am 11. Juni 2013, 14:00

Internationale Haydn-Stiftung Eisenstadt feiert 20-jähriges Bestehen. Seit zwei Jahrzehnten ist die Haydnpflege in Eisenstadt eng mit dem Namen einer Institution verknüpft.

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1993 wurde die Internationale Joseph Haydn Privatstiftung Eisenstadt ins Leben gerufen. Schwerpunkte der Tätigkeit bilden neben dem Auf- und Ausbau der Sammlungen von Handschriften, Frühdrucken und Erinnerungsstücken die Forschung über den großen Komponisten und die Förderung von Nachwuchsmusikern. Mitglieder von Kuratorium und Stiftungsvorstand blickten am Dienstag im HaydnZentrum auf arbeitsreiche Jahre zurück.

"Es ist fast auf den Tag genau 20 Jahre her, dass wir begonnen haben mit dem Aufbau dieser Stiftung", erinnerte sich der Vorsitzende des Kuratoriums, Josef Pratl. Der Beginn sei turbulent verlaufen: Damals waren 34 Originalbriefe Haydns an seinen Verleger Artaria aufgetaucht, die über das Auktionshaus Sotheby's dem Burgenland zum Preis von sechs Millionen Schilling angeboten wurden. Eine Gruppe von Proponenten habe sich dann vorgenommen, das Geld irgendwie aufzutreiben, schilderte Pratl. Auf ihrer Mission wurden sie wohlwollend empfangen: "Überall, wo wir angeklopft haben, hat es offene Türen gegeben."

Nachdem die Hälfte der Kaufsumme beisammen war, steuerte das Land den Rest bei. Die Haydn-Briefe wurden nach Eisenstadt geholt: "Sie liegen heute noch unter Verschluss und werden jedes Jahr kontrolliert." Aus dem Komitee zum Ankauf der Originale entstand der Verein "Internationale Joseph Haydn Privatstiftung Eisenstadt", der schließlich 1995 in eine Stiftung umgewandelt wurde.

"Um das geht es: Sammeln, bewahren, forschen, das ist unsere Aufgabe", beschrieb Generalsekretär Walter Reicher, der Intendant der Haydn Festspiele, die Schwerpunkte der Stiftungstätigkeit. Mittlerweile sei man im Besitz von über 50 Originaldokumenten von Haydn, dazu kommen rund 400 Früh- und Erstdrucke von Werken des Komponisten.

Neben dem Aufbau der Sammlungen besteht eine rege Forschungstätigkeit: Vor wenigen Tagen wurde unter dem Titel "Haydn und die Künste" der jüngste Band der Reihe "EisenstädterHaydn-Berichte" veröffentlicht. Pratl durchforstet seit elf Jahren die umfangreichen Esterhazy-Archive auf den Spuren Haydns. Mittlerweile habe man 11.000 wichtige Dokumente identifiziert, so Reicher.

Zur Finanzierung der Stiftung tragen Mieteinnahmen, Spenden und die Veranstaltung exklusiver Firmenevents bei, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Michael Gerbavsits. Privatpersonen und Firmen können zudem Patenschaften für einzelne Objekte übernehmen. Ein wesentlicher Schritt in der Geschichte der Stiftung sei auch die Errichtung des HaydnZentrums gewesen, die mit Unterstützung durch Bund, Land und EU erfolgte.