Erstellt am 20. Juni 2011, 09:16

Internetregulierer erlauben Firmendomains. Die internationale Organisation zur Verwaltung von Internetdomains hat die Zulassung spezieller Endungen für Firmenadressen beschlossen. Einem entsprechenden Vorschlag stimmte die ICANN am Montag in Singapur zu.

Sie setzte sich damit über Befürchtungen hinweg, die neuen Domains als Ersatz für die Firmenendung ".com" könnten das System der Namensgebung im Internet durcheinander bringen.

"Die verwirrende Anfangsphase wird kurz sein", versprach ICANN-Vorstandmitglied Sebastian Bachollet. "Das ist die umfangreichste Änderung bei den Domainnamen seit der Einführung von '.com' vor 26 Jahren", kommentierte Theo Hnarakis, Chef eines Internetdienstleisters im US-Bundesstaat Kalifornien, die Entscheidung. Mit der Neuerung müssten sich Firmen und andere Organisationen nicht länger auf bisherige Endungen wie ".com", ".net" oder ".org" beschränken. Beobachter rechneten damit, dass vor allem Großkonzerne bald von der Änderung Gebrauch machen. So könne der Autohersteller BMW zum Beispiel die Endung ".bmw" wählen.

Nach Ansicht von Hnarakis könnten gerade große Unternehmen mit einem besonderen Interesse an der Kundenbindung "Wettbewerbsvorteile" aus den neuen Internetadressen ziehen. Zugleich warnte er, dass die Vergabe der Domains nicht so einfach gestaltet werden solle wie die Registrierung einer ".com"-Endung. "Das wird eine komplexe Aufgabe, die Nachdenken und Investitionen erfordert", sagte Hnarakis. Den Konzernen riet er, gewünschte Registrierungen umgehend in Angriff zu nehmen.