Erstellt am 02. Januar 2012, 11:40

Jelinek sieht das Ende der Sozialdemokratie. "Das Ende der Sozialdemokratie" sieht Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in einem aktuellen Text zur Causa Niko Pelinka, den sie auf ihrer Homepage veröffentlicht hat.

In "Der kleine Niko" geht die Autorin hart mit einer jungen Generation "Sprößlinge, Parteikinder dieser Sozialdemokratie, welche nicht mehr gewählt wird, sondern selber wählt" ins Gericht.

Mit einem "entwaffnenden Grinsen" trete das Ende der Sozialdemokratie als "sympathischer junger Mann" auf. "Grins grins grins, dagegen war die Sonne vom Wörthersee ein Kind von Traurigkeit...", beschreibt Jelinek ihren Protagonisten, "...ein Mensch, der von Abhängigkeiten gezeichnet ist, in die er nun alle, vor allem die Unabhängigen, bisher halbwegs Unabhängigen, bringen muß, das ist seine Aufgabe: die Abhängigkeit." Der Text wird durch ein Foto von Niko Pelinka mit Weinglas ergänzt.

Scharf kritisiert Jelinek auch das "Beziehungsgeflecht, in dem einer den andren raufschiebt und schon den nächsten nachschiebt, ein Menschenfressermodell für das Öffentlich-Rechtliche (...), in dem es keine Öffentlichkeit und kein Recht mehr gibt". Die sozialdemokratische Bewegung habe sich ihre "Totengräber" selbst gemacht. "Die Sozialdemokratie als Maßschneiderei für Karrieren, so endet sie."