Erstellt am 19. Oktober 2012, 14:27

Journalisten-KV: Protest und Verhandlung am Montag. Die Verhandlungen über einen neuen Journalisten-Kollektivvertrag gehen am Montag in die 32. Runde.

Zugleich kommt es rund um die Gespräche zwischen dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und der Journalistengewerkschaft zu öffentlichen Betriebsversammlungen in der Wiener Innenstadt, in Graz, Salzburg und Innsbruck. Grund ist die Aufkündigung des KV durch die Zeitungsverleger per Jahresende. In den vergangenen Tagen waren beide Seiten auf Kompromisssuche. VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger appellierte am Freitag noch einmal an die Arbeitnehmervertreter, dass ein neuer Kollektivvertrag "in seiner Wichtigkeit für die Zeitungen und Magazine und ihre Mitarbeiter gar nicht hoch genug einzuschätzen" sei. Schon die bereits paktierten Verhandlungsresultate würden für die meisten Jungjournalisten und Online-Redakteure eine deutliche Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen bringen. Eine Rücknahme der KV-Kündigung lehnte Grünberger jedoch ab.

Gewerkschaftsvertreter warfen den Verlegern unterdessen "Scheinheiligkeit" vor. Die Medienunternehmer hätten Jung- und Online-Journalisten seit eineinhalb Jahrzehnten ausgebeutet und mit prekären Dienstverhältnissen abgespeist. Damals sei massiven Abschlägen bei jährlichen Vorrückungen und Quinquennien (Gehaltssprüngen alle fünf Jahre) zugestimmt worden, um im Gegenzug Online- und Print-Journalisten die gleichen arbeitsrechtlichen Standards zu sichern und prekäre Dienstverhältnisse zu beenden. Die Verleger hätten sich an diese Vereinbarungen aber nicht gehalten. Für kommenden Montag verlangen die Gewerkschafter daher eine Rücknahme der KV-Kündigung durch den VÖZ. Wie diese Patt-Situtation bei der Verhandlungsrunde am Montag aufgelöst werden kann, war am Freitag noch unklar.