Erstellt am 22. Oktober 2012, 16:49

Journalisten protestierten gegen KV-Kündigung. "JournalistInnen schützen die Demokratie, Verleger gefährden sie" war auf den Bannern zu lesen, mit denen die Journalisten am Montag vor dem Standort des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) aufmarschierten.

Ein paar hundert Vertreter machten dabei ihrem Unmut über die Aufkündigung des Journalisten-Kollektivvertrags durch die Verleger durch ein lautstarkes Pfeifkonzert Luft. Franz C. Bauer, Chef der Journalistengewerkschaft sprach von einem "historischen Moment". Noch nie in der Zweiten Republik seien Journalisten auf die Straße gegangen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Freilich gehe es auch ums Geld, aber in erster Linie gehe es um die Absicherung der Meinungsfreiheit, so Bauer.

Wie viele Journalisten und Sympathisanten tatsächlich vor dem VÖZ Stellung bezogen, konnte zunächst nur geschätzt werden. Die Gewerkschaft in der gpa-djp ging von 800 aus. Bei der Wiener Polizei schätzte man die Teilnehmerzahl auf "an die 300". Öffentliche Versammlungen fanden am Montag auch in Graz, Salzburg und Innsbruck statt. In Graz gingen dabei nach Schätzungen der Exekutive um die 200 Journalisten auf die Straße.

Um 14.00 Uhr war ein weiterer Gesprächstermin zwischen den Verhandlern von VÖZ und Journalistengewerkschaft anberaumt. Für die Arbeitnehmervertreter war vorher allerdings klar, dass man über den neuen Kollektivvertrag nur verhandeln werde, wenn die Verleger die Kündigung des derzeitigen KV zurücknehmen. "Mit offenem Messer auf uns gerichtet, wird das nicht gespielt", sagte Bauer.

Der Verlegerverband begrüßte die Journalisten unterdessen ebenfalls mit Spruchbändern, die auf dem VÖZ-Gebäude angebracht waren und auf denen zu lesen war: "Verhandlungen statt Pfeifkonzerte" und "Für einen Journalismus-KV mit Zukunft".