Erstellt am 04. Juni 2013, 13:18

Karenz und Pflege-Teilzeit passierten Ministerrat. Die Regierung hat am Dienstag im Ministerrat die Pflegekarenz sowie die Pflegeteilzeit beschlossen.

Damit sollen pflegende Angehörige ab kommendem Jahr bis zu drei Monate in Pflegekarenz gehen können. Für die Job-Unterbrechung ist ein einkommensabhängiges Karenzgeld - in Höhe des Arbeitslosengelds, maximal 1.400 Euro monatlich - vorgesehen.

Daneben wird auch die Möglichkeit der Pflegeteilzeit geschaffen, die ebenfalls maximal drei Monate in Anspruch genommen werden kann. Dabei darf die Arbeitszeit auf ein Minimum von zehn Stunden pro Woche reduziert werden und die Geldleistung wird anteilig des reduzierten Einkommens errechnet.

Nach den drei Monaten Karenz oder Teilzeit kann ein anderer Angehöriger daran anschließen - ebenfalls maximal drei Monate. Sollte sich der Zustand des zu pflegenden Angehörigen verschlechtern (Erhöhung der Pflegegeldstufe), ist es erneut möglich, eine Pflegekarenz oder -teilzeit zu beantragen.

Beantragt werden können die Modelle von Angehörigen von Pflegebedürftigen ab der Pflegegeldstufe 3 oder ab Stufe 1 bei minderjährigen Kindern oder bei Demenz. Voraussetzung ist allerdings die Zustimmung des Arbeitgebers (was im Vorfeld von Hilfsorganisationen kritisiert wurde). Antrag und Vollziehung der Pflegekarenz bzw. der Pflegeteilzeit erfolgen über das Bundessozialamt.

"Mit der neuen Pflegekarenz und der Pflegeteilzeit setzen wir einen wichtigen weiteren Schritt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für pflegende Angehörige", erklärten Sozialminister Hundstorfer und Wirtschafts- und Familienminister Mitterlehner nach der Sitzung. Mit den Maßnahmen soll eine "deutliche Entlastung in einer sehr schwierigen Zeit" für die Angehörigen erreicht werden - ohne dass die Betroffenen fürchten müssen, ihren Job zu verlieren, so die Ressortverantwortlichen.