Erstellt am 10. März 2015, 14:29

von APA/Red

Schlossspiele zeigen "Der Preis des Monsieur Martin". Ein Pariser Wohnzimmer, ein Hotelzimmer in Chamonix und eine Almhütte in der Schweiz - all diese Plätze finden sich im heurigen Sommer bei den Schlossspielen Kobersdorf auf der Bühne.

Spielstätte Schloss Kobersdorf.  |  NOEN, Vogus
Mit "Der Preis des Monsieur Martin" mit dem Untertitel "Ist Ehebruch tödlich?" hat Intendant Wolfgang Böck eine in Österreich selten gezeigte Komödie von Eugene Labiche gewählt. Details verriet er am Dienstag.

In der laut Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ) "aberwitzigen" Komödie geht es um zwei Männer, die die besten Freunde sind. Allerdings stellt sich heraus, "dass einer dem anderen Hörner aufgesetzt hat, was natürlich in jedem Fall immer peinlich ist, aber wenn es die besten Freunde sind, ist es ganz kompliziert. Und der sinnt natürlich auf Rache aus einer ersten Emotion, was er denn zu tun hätte. Aber mit besten Freunden ist das dann natürlich auch nicht so einfach", erzählte Böck bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Der Gehörnte ist in diesem Fall Ferdinand Martin, der von Wolf Bachofner - zuletzt in Kobersdorf als brillanter "Krautkopf" in Nestroys "Der Zerrissene" - dargestellt wird. Das Objekt der Begierde, also seine Frau Loisa wird von Konstanze Breitebner dargestellt. Olaf Schürmann, ein für Kobersdorf neues Gesicht aus Deutschland, spielt den besagten Freund, Agenor Montgommier, Wolfgang Böck den Cousin aus Südamerika, Hernandez Martinez.

Patrick Guinand inszeniert selten in Österreich gezeigtes Stück

Regie führt der Franzose Patrick Guinand, der vor zwei Jahren die "Dame von Maxime" von Georges Feydeau im Schlosshof inszeniert hat. Er freue sich besonders über die Stückauswahl, "weil für uns Feydeau und Labiche die großen Meister der Komödie in Frankreich sind". Außerdem sei er "ganz, ganz glücklich" darüber, weil "Le Prix Martin" (Originaltitel, Anm.) zu den "Meisterstücken" gehöre.

Dieses "Meisterstück" führt das Publikum nicht nur in einen anderen Raum, sondern auch in ein anderes Land, was für Bühnenbildner Erich Uiberlacker "keine geringe Herausforderung" dargestellt hat. Er arbeitet dieses Mal mit drei Seitenwänden. In einer "offenen Verwandlung" gehe man in die Schweiz, in dem zwei Außenwände zur Seite gekippt werden. Mithilfe einer Videoinstallation schaue man dann "quasi auf diesen Gletscher hinauf, wie durch große Panoramafenster."

Auf die Frage, ob die Frau des Monsieur Martin am Ende stirbt, meinte Böck zwar, dass er den Schluss weder vorweg nehmen könne noch wolle, erklärte allerdings: "Wie es in Komödien so üblich ist, findet schon alles sein gutes Ende - letztendlich. Aber dieses gute Ende ist auch durchaus auf seine ganz spezielle Art und Weise auch ein kurioses."

Wie in den vergangenen Jahren lädt Böck auch heuer wieder zu je einer Biker- und Oldtimer-Fahrt. Außerdem gibt er am 31. Juli ein "Böck Privat - Habts mi gern"-Konzert mit seiner Band. Premiere von "Der Preis des Monsieur Martin" ist am 30. Juni.