Erstellt am 07. Mai 2013, 10:53

Korruption: Österreich im europäischen Mittelfeld. Korruption ist in Europa nach wie vor weitverbreitet, am stärksten in Ost- und Südosteuropa.

Österreich liegt im Mittelfeld, geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young hervor. Bei geschönten Finanzergebnissen liegt Österreich jedoch an sechstschlechtester Stelle in Europa. 46 Prozent der befragten heimischen Manager geben an, Bestechung sei in ihrem Land an der Tagesordnung.

Im westeuropäischen Durchschnitt sind es bei dieser Frage 39 Prozent, im Gesamtdurchschnitt inklusive Staaten in Afrika, dem Mittleren Osten und Indien 57 Prozent. Von geschönten Finanzergebnissen berichten laut Studie 51 Prozent der österreichischen Manager. Im Gesamtdurchschnitt geben 38 Prozent an, dass Unternehmen ihre Finanzergebnisse oft besser darstellen als sie tatsächlich sind, im westeuropäischen Durchschnitt 31 Prozent.

Bei der Korruption im Geschäftsleben liegt Slowenien an der Europa-Spitze (96 Prozent), gefolgt von Kroatien (90 Prozent), der Ukraine (85 Prozent) sowie Griechenland und der Slowakei (je 84 Prozent). Am wenigsten verbreitet ist die Korruption laut Umfrage in der Schweiz: Nur 10 Prozent der Manager geben an, dass Bestechung in ihrem Wirtschaftsleben üblich ist.

Bei den geschönten Finanzergebnissen liegt Slowenien mit 66 Prozent an erster Stelle in Europa, gefolgt von Russland und Spanien (je 61 Prozent), Kroatien (58 Prozent), Serbien (54 Prozent) und Österreich (51 Prozent). Am unteren Ende der Skala liegen Finnland (7 Prozent), Norwegen (10 Prozent) sowie die Schweiz und Frankreich (je 16 Prozent).

Mangelndes Unrechtsbewusstsein sei ein häufiger Grund für Korruption, heißt es in der Studie weiter. Jeder siebente westeuropäische Manager halte es für üblich, Aufträge mithilfe von Bestechung zu gewinnen.