Erstellt am 12. Juni 2013, 14:05

Landesmuseen wollen künftig untereinander auf Leihgebühren verzichten. Die Landesmuseen wollen künftig bei Verleihungen untereinander auf die Verrechnung von Leihgebühren verzichten. Darauf haben sich die Kulturreferenten der Länder bei ihrer Konferenz in Eisenstadt geeinigt.

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Das berichtete am Mittwoch Kulturlandesrat Helmut Bieler (S) bei einer Pressekonferenz. Themen der Tagung waren auch die Koordination der Veranstaltungen im Gedenkjahr 2014 zum Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und Änderungen im Bereich der Jugendmusikwettbewerbe.

"Wir haben sowohl im Haydn- als auch im Lisztjahr gesehen, dass es teilweise sehr umständlich, aber auch teuer war, Leihgaben von anderen Landesmuseen zu bekommen. Und daher haben wir den Antrag gestellt, diese Leihgebühren unter den Landesmuseen aufzuheben, was auch einstimmig angenommen wurde", so Bieler: "Das heißt, es werden in Zukunft außer Versicherungs- und Transportkosten keinerlei Kosten in dem Bereich anfallen." Ausgenommen von der Regelung seien Landesausstellungen, wie es sie in Nieder- und Oberösterreich gebe.

Ähnliches werde auch bei den Bundessammlungen angestrebt, wobei hier die gesetzlichen Voraussetzungen etwas anders seien, weil die unterschiedlichen Ministerien und Sektionen andere Zugänge bzw. budgetäre Voraussetzungen hätten. "Aber auch hier gibt es die Zusage des Bundes, hier nach Möglichkeit keine Leihgebühren einzuheben", sagte Bieler. Es müssten dazu aber noch entsprechende Zielvereinbarungen geändert werden.

Im Hinblick auf das Gedenkjahr 2014 - vor hundert Jahren brach der Erste Weltkrieg aus - wurde darüber diskutiert, inwieweit man sowohl die Inhalte als auch die Termine der Ausstellungen und Projekte koordinieren könne, um Überschneidungen zu vermeiden, berichtete Bieler.

Vom Bund sei Botschafter Christian Prosl zum Koordinator für die Betreuung der Projekte zum Gedenkjahr ernannt worden. Seitens des Bundes werde auch ein Grundsatzpapier zum Ersten Weltkrieg erstellt, erläuterte Bieler. Dieses enthalte unter anderem eine Stellungnahme Österreichs zu den damaligen Ereignissen und zur Kriegsschuld.

Die Kulturreferenten befassten sich auch mit der Nachwuchsförderung: Nach fast 20 Jahren sei eine Evaluierung der Jugendmusikwettbewerbe erforderlich gewesen. "Man ist zu dem Schluss gekommen, dass einige Änderungen notwendig wären", erklärte der Leiter der Kulturabteilung des Landes Burgenland, Hofrat Josef Tiefenbach.

"Sehr gut gehen die beiden Wettbewerbe 'Prima la Musica' und 'Podium Jazz Pop Rock'", so Tiefenbach. Beim "Gradus ad Parnassum"-Wettbewerb habe sich gezeigt, dass dieser weniger zielführend sei: "Der wird ausgesetzt und wahrscheinlich überhaupt nicht mehr stattfinden." Stattdessen sei der Bundesfachbeirat beauftragt worden, ein Konzept zu erarbeiten, um vor allem die Gruppe der 16-bis 19-Jährigen, die am Sprung zu einer höheren Musikausbildung sei, zu erreichen und zu unterstützen.