Erstellt am 17. Juni 2011, 14:28

Langenfass zieht sich aus Mörbisch zurück. Der Bühnenbildner und Ausstattungsleiter des Theaters in der Josefstadt, Rolf Langenfass, beendet seine Tätigkeit für die Seefestspiele Mörbisch und zieht auch seinen Namen von der diesjährigen Produktion "Der Zigeunerbaron" zurück.

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Das geht aus einer heute der APA übermittelten Erklärung hervor. Als Grund führt er nicht eingehaltene Zusagen, Verletzung von Urheberrechten und seine "Sorge, dass die Aufführung operettenhaft und verharmlosend die Roma- und Sintiproblematik ignorieren könnte" an.

"Nach 18 Jahren kontinuierlicher Arbeit ziehe ich mich enttäuscht und gekränkt von den Seefestspielen Mörbisch zurück", so Langenfass. "Trotz meiner schweren Erkrankung war ich bereit, gegen gewisse Zusagen die Fertigstellung meines Bühnenbildes und der Kostüme zu überwachen. Keine dieser von der Intendanz getätigten Zusagen wurde jedoch eingehalten. Darüber hinaus wurden Urheberrechte verletzt, ein Teil meiner Entwürfe künstlerisch entstellt und mein Bühnenbild ohne Absprache oder Einigung an Fremdveranstaltungen weiterverkauft." Er habe daher seinen Namen von der kommenden Produktion zurückgezogen.

"Zudem ist mein politisches Gewissen und meine Sorge, dass die Aufführung operettenhaft und verharmlosend die Roma- und Sintiproblematik ignorieren könnte, durch diesen Schritt erleichtert", so Langenfass weiter. "Ich finde, dass man nach dem beklagenswerten Rechtsruck im Pannonischen Raum und den entsetzlichen Vorfällen, die sich gegen Roma und Sinti gerichtet haben und weiter richten, besonders im Burgenland diese Operette nicht unreflektiert spielen darf."

Die Geschäftsführung der Seefestspiele Mörbisch war vorerst für eine Stellungnahme nicht erreichbar. "Der Zigeunerbaron" von Johann Strauß steht bei den Festspielen von 14. Juli bis 28. August auf dem Programm.Die Seefestspiele Mörbisch haben am Freitag die Kritik von Bühnenbildner Rolf Langenfass zurückgewiesen, wonach Zusagen an ihn nicht eingehalten und Urheberrechte verletzt worden seien. "Ich glaube, dass er hier nicht im Recht ist. Wir haben einen Vertrag mit ihm. Darin ist auch festgehalten, was wir mit seinem Werk, sprich mit dem Bühnenbild, tun dürfen", sagte Seefestspiele-Geschäftsführer Dietmar Posteiner auf APA-Anfrage.

"Es gibt einen eindeutigen Vertragspassus, worin festgehalten ist, dass er sämtliche Urheber- und Leistungsschutzrechte an uns überträgt. Auch die Vermietung ist darin festgehalten", so der Geschäftsführer. "Wir spielen auch nicht in seinem Bühnenbild", meinte Posteiner. Für Konzerte werde eine separate Bühnenkonstruktion aufgestellt. Das Militärmusikfestival vor zwei Jahren sei dabei die einzige Ausnahme gewesen.