Erstellt am 24. Juli 2013, 00:00

Lockruf für Jungärzte. Gesundheit / Burgenland hat zwar einen falschen, aber zu wenig richtige Turnusärzte. Landesrat Rezar verspricht: Billig wohnen für Neulinge.

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Von Bettina Eder, Doris Fischer und Michaela Grabner

BURGENLAND /  „Turnusärzte behandeln nicht“, beruhigt Andrea Makkos, Sprecherin des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder, im Falle jenes Turnusarztes, der sich mit gefälschtem Promotionszeugnis die Stelle in der Unfallchirurgie erschlichen hatte. Nach einem Hinweis aus der Wiener Ärztekammer wurde der Fall publik. „Er wurde sofort gekündigt und angezeigt“, versichert Burgenlands Ärztekammer-Vizepräsident Michael Schriefl. Dem vermeintlichen Arzt drohen bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe. Dem Burgenland wiederum droht laut Gesundheitslandesrat Peter Rezar ein Turnusärztemangel: „Derzeit gibt es im Burgenland Null Wartezeit. Jeder Bewerber kann sofort beginnen, vor zehn bis zwölf Jahren gab es noch eine Wartezeit von zweieinhalb Jahren.“

Rezar: „Unterstützen bei Wohnmöglichkeiten“ 

Es gebe eine klare Tendenz der Turnusärzte zum urbanen Bereich. Warum? Mit einem Turnus in Wien sei die Chance auf eine Facharztausbildung ebendort höher. Gerüchte, dass alle Turnusärzte des Krankenhauses Oberpullendorf kürzlich wegen der Ausbildungsbedingungen kündigen wollten, dementiert Rezar: „Es hat Gespräche gegeben mit der Forderung, sie punkto Wohnmöglichkeiten zu unterstützen.“

Dem sei man nachgekommen. Man versuche, sofern möglich, nun an allen Standorten, die Ärzte diesbezüglich zu unterstützen. Derzeit gibt es laut KRAGES in ihren vier Krankenhäusern 59 Turnusarztstellen. Ein Turnusarzt verdient in der ersten Gehaltsstufe ohne Nacht- und Wochenenddienste rund 2.550 Euro brutto.