Erstellt am 08. November 2012, 16:20

Lukas Resetarits erhielt Goldenes Ehrenzeichen. Am Donnerstag erfolgte die Ehrung des in Stinatz (Bezirk Güssing) geborenen Kabarettisten durch Kulturministerin Schmied. Laudator Franz Schuh meinte: "Hier haben wir einen, der in Pension gehen könnte, aber die Unruhe bewahrt."

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Insignien, Dekret und neuerdings ein künstlerisch gestalteter Österreich-Schal, der dem Ganzen "einen Schuss Patriotismus in Anführungsstrichen" verleihen sollte, wie Kulturministerin Claudia Schmied (S) erklärte: Das alles erhielt Lukas Resetarits am Donnerstag im Zuge der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens des Republik Österreich an den Kabarettisten, Schauspieler und Musiker. "Ich finde es gut, dass der Staat Ehrenzeichen an jene verleiht, die ihm kritisch gegenüberstehen", erklärte Resetarits. Den Schal werde er ab heute bei "halboffiziellen Gelegenheiten aller Art" ausführen, wenn auch nicht gerade auf den Opernball.

Resetarits finde häufig passende Worte zu unpassenden Gelegenheiten, die den Kern der Sache vorbringen, nicht aufweichen würden, erklärte Schmied bei der Begrüßung im bis zum letzten Stehplatz gefüllten Audienzsaal des Unterrichtsministeriums. "Wer 30 Jahre lang einen künstlerischen Beruf ausübt, braucht nicht nur Disziplin und Können, sondern auch eine gewisse Leichtigkeit des Seins und einen Wiener Schmäh", so die Ministerin weiter. Den beweise Resetarits immer wieder, deshalb sei es ihr eine besondere Freude, Resetarits für seine künstlerischen Leistungen, aber auch für sein gesellschaftspolitisches Engagement das Ehrenzeichen zu verleihen.

"In letzter Zeit werde ich immer wieder gefragt: Hättest du so eine Auszeichnung vor 25 Jahren auch angenommen? Damals wahrscheinlich nicht", meinte Resetarits. Zu groß sei damals die Angst gewesen, die persönliche Unabhängigkeit zu verlieren. "Inzwischen bin ich aber sehr froh", so Resetarits. "Ich bin ein paradoxer Patriot. Sonst würde ich mir nicht so viele Sorgen um das Land Österreich machen."

Statt einer Leistungsschau des Bundesheeres am Nationalfeiertag wünsche er sich eine Leistungsschau der Bildung. Für Ministerin Schmied gab es daher in der Dankesrede des Kabarettisten den Wunsch für genug Geld, um Schulen umzusetzen, die diese Leistungsschau verwirklichen können sowie die besten Wünsche für die Verhandlungen in der morgen, Freitag, stattfindenden Regierungsklausur.

Die Unabhängigkeit des Kabarettisten strich auch Laudator Franz Schuh hervor, der Resetarits "als junger Mann an einem Ort für Gestrandete" kennenlernte. Wenn man die Kunst von Resetarits verstehen wolle, dürfe man nicht glauben, dass man deshalb lache, weil es das Gegenteil von ernst ist. "Mit Lukas Resetarits haben wir einen, der altersmäßig in Pension gehen könnte, aber die Unruhe bewahrt", so der Laudator in Anspielung auf Resetarits aktuelles Programm "Unruhestand".

"Ich wünsche mir, dass er noch möglichst lange durch sein Spiel die Jungen alt aussehen lässt", erklärte Schuh in seiner Rede. Musikalisch begleitet wurde die Zeremonie von der Gruppe "Basbaritenori", die unter anderem das kroatische Volkslied "Lipo ti je cuti" zum Besten gab - passend, denn Resetarits wurde am 14. Oktober 1947 in Stinatz im Bezirk Güssing geboren und ist Burgenland-Kroate. Die Familie übersiedelte 1951 nach Wien Favoriten.

Momentan sieht es auch ganz und gar nicht nach Pension aus: "Ich habe beschlossen, dass ab jetzt alle Programme Unruhestand heißen werden", meinte Resetarits, "immer noch Unruhestand zum Beispiel." Derzeit arbeitet der Kabarettist, der auch durch seine Rolle als "Kottan" bekannt wurde, vor allem an der großen Tribute-Show, die zu Ehren des 65. Geburtstages des Kabarettisten am 26. November in der Wiener Stadthalle stattfinden wird. Sie versammelt alle Größen der österreichischen Kabarettszene, die das Beste aus 35 Jahren Lukas Resetarits spielen werden. "Die Nervosität ist riesig. Egal, mit wem ich rede - das schaukelt sich derzeit richtig auf", verriet Andreas Vitasek, der ebenfalls zwei Nummern übernehmen wird.