Erstellt am 11. September 2015, 06:07

Maggie Entenfellner: „Der Neusiedler See und ich“. Die BVZ präsentiert die Autorinnen und Autoren des Buches „Mein Burgenland“. Diese Woche: Journalistin Maggie Entenfellner und wie sie sich in das Land verliebte.

Weiße Esel in der St. Martins Therme. Maggie Entenfellner mit Klaus Hofmann (r.) und Nationalpark-Direktor Kurt Kirchberger. Foto: Leander Khil  |  NOEN, Leander Khil
Als Liebe auf den ersten Blick kann ich es nicht bezeichnen. Als geborene Mostviertlerin – aufgewachsen auf einem kleinen Bauernhof in den Voralpen – machte ich aus meiner fast möchte ich sagen Abneigung zu dem braunen, schlammigen, seichten „Etwas“ kein Geheimnis. Hätte mir jemand vor sechs Jahren gesagt, dass ich mich jeden Tag, an dem ich nicht dort sein kann, danach sehne – ich hätte wohl nur ein müdes Lächeln hervorgebracht.

x  |  NOEN, Selfie Maggie Entenfellner
Die Zuneigung und die Begeisterung wuchsen langsam und sind mittlerweile in eine handfeste, nicht mehr wegzudenkende Beziehung übergegangen. Und es soll und wird für immer sein.

Die Opernfestspiele in St. Margarethen und die Seebühne in Mörbisch waren über viele Jahre der einzige Bezugspunkt. Als Tier- und Naturfreundin war mir natürlich bewusst, welch wichtige Funktion der Schilfgürtel und der Nationalpark haben. Aber auch wenn man Entenfellner heißt, und Tausende Namensvettern diesem Naturgut ihr geschütztes Dasein verdanken – ich war zurückhaltend.

Ganz heimlich, still und leise eroberte die Region mein Herz. Den Anfang setzte die St. Martins Therme & Lodge. Direktor Klaus Hofmann, ein langjähriger Freund meines Mannes, „lockte“ uns mit einem gemeinsamen Familienwochenende inklusive „Spafari“ in die neue Wohlfühloase.

„Vorbei war’s mit den dummen Vorurteilen“

Und Hofmanns Konzept ging auf: Wir buchten uns immer öfter für ein Wochenende ein. Hinzu kam, dass uns Wolfgang von Maletschek Nautics auf einem seiner unglaublich hübschen Frauscher Boote zu einem „Sun-Set Cruise“ mitnahm. Und dann passierte das, was ich bis dato für unmöglich gehalten habe: Ich sprang doch tatsächlich in den See! Die sofortige Erkenntnis: Es war herrlich! Ganz abgesehen von der fast kitschig-romantischen Stimmung am Wasser. Vorbei war’s mit all den dummen Vorurteilen.

Danach ging es Schlag auf Schlag! Oder besser gesagt – Gasthof auf Gasthof! Die Dankbarkeit in Podersdorf, Nyikos- park in Neusiedl, Gut Purbach, Hofgassl in Rust und die ungekrönte Königin in Form der Mole West gaben uns sozusagen den „Rest“.

Der Entschluss wurde gefasst: Ja, hier wollen wir leben! Ein Anruf bei Michael Heller, dem für uns nettesten Immobilienberater des Burgenlandes, reichte aus, um das richtige Refugium zu finden.

Und oben drauf bekamen wir Winzer Leo Hillinger als Nachbarn – und waren alsbald weintechnisch, aber auch freundschaftlich bestens versorgt. Seine sympathische Frau Evelyne, die ebenfalls geborene Niederösterreicherin ist, und ich haben erst kürzlich festgestellt, dass wir offensichtlich „richtige“ Burgenländerinnen sind. Wie? Während einer Plauderei bei einem Gläschen Muskat Ottonel entwischte uns beiden doch tatsächlich der Ausruf „Socha“. Und das ist doch fürwahr ein echtes Bekenntnis!
 

Zur Person: Maggie Entenfellner, Journalistin

  • Kam 1968 in Niederösterreich zur Welt. Ihre Kindheit verbrachte sie mit ihren vier älteren Brüdern großteils am Bauernhof der Großeltern, wo ihre große Liebe zu Tieren entfachte.

  • Nach der Matura heuerte sie bei „Lauda Air“ als Flugbegleiterin an und startete dort ihre Karriere – bereits nach kurzer Zeit war sie Kabinenchefin und in Folge für Recruitment und Trainings zuständig. Als Niki Lauda sie auch noch zur Leiterin der VIP-Flüge machte, gehörten Reisen und Tourneen mit Phil Collins, Bruce Springsteen, dem Dalai Lama oder der Österreichischen Bundesregierung zu ihren Aufgaben. 1999 holte sie Hans Dichand in die Kronenzeitung, wo sie das Tierressort übernahm und zeitgleich den Verein „Freunde der Tierecke“ gründete.

  • Bei der Sonnenfinsternis am 11. August 1999 lernte sie Anwalt Rainer Radlinger (Kosch&Partner) kennen. Die Liebe auf den ersten Blick wurde am selben Tag nur ein Jahr später am Standesamt beglaubigt. 2003 wurde Töchterchen Lia Marie geboren.

  • Maggie Entenfellner moderierte Tiervergaben bei „Willkommen Österreich“ im ORF NÖ und „Tierleben“ auf TW1. Von 2007 bis 2012 folgte die ORF-Sendung „Tierzuliebe“. Seit 2012 ist sie Moderatorin der erfolgreichen Wochensendung „Zurück zur Natur“. Sie ist dreifache Buchautorin. Für ihr Engagement im Tierschutz wurde sie mehrfach ausgezeichnet.


Zum Buch: „Mein Burgenland“

25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs für jene Menschen, die hier leben oder die eine engere Beziehung zu diesem Land haben? Was sind ihre Ansichten, Einsichten und Aussichten? Michael Gerbavsits,
Georg Pehm und Walter Schneeberger haben 50 plus eine Antwort erhalten.

x  |  NOEN, Fotos: Leykam

Mit Beiträgen von: Gabriele Ambros, Theodora Bauer, Konstanze Breitebner, Werner Dax und Johannes Wutzlhofer, Julia Dujmovits, Maggie Entenfellner, Heinz Fischer, Elisabeth Gamauf-Leitner, Michael Gerbavsits, Roland Hagenberg, Leo Hillinger, Georg Hoanzl, Norbert Hofer, Manfred Horvath, Stefan
Horvath, Paul Iby, Andreas Ivanschitz, Jason Allen Johnson, Saskia Jungnikl, Richard Karl Kanitsch, Barbara Karlich, Gisela Kramer, Andreas Liegenfeld, Eva Mayer, Peter Menasse, Paul Muehlbauer, Wolfgang Murnberger, Hans Niessl, Fritz Ostermayer, Josef Ostermayer, Elisabeth Pauer, Georg Pehm, Pia Pfneisl, Uta Prantl-Peyrer, Martin Pucher, Karl Reiter, Birgit Sauer, Maria Schaller, Dagmar Schellenberger, Walter Schneeberger, Anton Schubaschitz, Elfie Semotan, Tanja Stacherl, Markus Stefanitsch, Ingrid Tschank, Christian Uchann, Barbara van Melle, Joško Vlasich, Klaus Wölfer, Richard Woschitz, Uschi Zezelitsch

Herausgegeben von Michael Gerbavsits, Georg Pehm, Walter Schneeberger. ISBN 978-3-7011-7952-7

Weitere Infos zum Buch unter www.leykamverlag.at

Bisherige Teile der Serie:

Liebeserklärungen an das Burgenland – Vorschau

Ab Mittwoch in der BVZ-Printausgabe: In der kommenden Woche präsentiert Bundespräsident Heinz Fischer sein Burgenland.