Erstellt am 07. Mai 2013, 14:16

Mahnwache am 8. Mai könnte Dauereinrichtung werden. Verteidigungsminister Klug kann sich vorstellen, die Mahnwache am 8. Mai, dem Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs, künftig jedes Jahr zu entsenden.

"Meines Erachtens spricht nichts dagegen, dass das zu einer Dauereinrichtung wird", sagte er am Dienstag. Die Mahnwache findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt, um das seit Jahren umstrittene "Totengedenken" von Burschenschaften zu verhindern.

"Der Tag wurde in den vergangenen Jahren widersprüchlich gedeutet", bezog sich Klug auf das jährliche Treffen schlagender Verbindungen, das auch immer Gegendemonstrationen provoziert hatte. "Der 8. Mai wird immer gleichermaßen ein Tag der Freude über die Befreiung und ein Tag des Gedenkens sein", will der Minister nun keiner "andere Interpretation" mehr Platz geben. Das "Fest der Freude" mit den Wiener Symphonikern am Abend sei daher "ein wichtiges Symbol".

Für "einschlägige Gruppen", die diesen Tag zur "Niederlage" umzudeuten versuchten, sei nun kein Platz mehr, "schon gar nicht am Heldenplatz", so Klug. "Wo Burschenschafter in den vergangen Jahren die Niederlage betrauert haben, wird das Bundesheer der Opfer gedenken." Das Heer als Institution der Republik sei den Werten der Demokratie verpflichtet und bringe das an diesem Tag zum Ausdruck.

Auch den Stand des Projekts zur Umgestaltung des Heldendenkmals präsentierte der Verteidigungsminister. Die in der Krypta gelagerten Totenbücher seien, nach der symbolischen Streichung eines Angehörigen der SS, dem Schwarzen Kreuz und dann dem Staatsarchiv übergeben worden. Alle Kranzschleifen und Inhalte der Vitrinen wurden dem Heeresgeschichtlichen Museum zur wissenschaftlichen Aufarbeitung überlassen. Die Leitlinien zur Umgestaltung des Raumes sollen nun bis Ende des Jahres erarbeitet und präsentiert werden. Wichtig sei, dass der Ort der Öffentlichkeit noch besser zugänglich gemacht und ein Ort des Gedenkens werde.

Die von der Republik ausgerichteten Veranstaltungen am 8. Mai werden vermutlich ohne freiheitliche Prominenz auskommen müssen: Sowohl der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf als auch Bundesparteichef Strache sind laut Auskunft ihrer Sprecher verhindert. Die Burschenschafter, deren umstrittenes Totengedenken mit der Mahnwache verhindert werden sollte, wollen nun "stille Teilnehmer" sein.