Erstellt am 29. Mai 2015, 11:39

Mai einer der trübsten der letzten 25 Jahre. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zog heute ein vorläufige Mai-Bilanz: Österreichweit gesehen 20 Prozent weniger Sonnenschein als im Mittel und 50 Prozent mehr Niederschlag. Temperatur im Bereich des vieljährigen Durchschnitts.

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Wenig Sonne und viel Regen brachte der Mai 2015. „Es war einer der trübsten Mai-Monate der letzten 25 Jahre", sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), „mit österreichweit gesehen 20 Prozent weniger Sonnenschein als im Mittel. Vom Flachgau bis in die Wachau lag das Minus sogar zwischen 30 und 40 Prozent."

Dauerregen und Unwetter

Markant waren in diesem Mai auch starker Dauerregen durch Tiefdruckgebiete über der Adria und Unwetter in Verbindung mit heftigen Gewitterzellen.

Damit fiel der Mai nach den Jahren 2013 und 2014 auch 2015 extrem nass aus, sagt Klimatologe Orlik: „Bundesweit gesehen gab es heuer 50 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel. Die nassesten Regionen lagen im Westen Österreichs mit 75 bis 175 Prozent mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen Mai. Für Vorarlberg und Tirol zeichnet sich überhaupt einer der nassesten Mai-Monate seit Beginn der Aufzeichnungen 1858 ab. Um 25 bis 35 Prozent trockener als im Mittel war es im Norden des Waldviertels und Weinviertels."

Mehrfach kam es auch zu großen Regenmengen in kurzer Zeit. „Am 26. Mai regnet es zum Beispiel in Dornbirn in sechs Stunden 64 Millimeter. Das kommt hier statistisch gesehen nur etwa alle 25 Jahre vor", so ZAMG-Klimatologe Orlik.

Schnee und Hitze

Der Mai 2015 brachte die für einen Frühlings-Monat typischen großen Temperatur-Schwankungen. Einerseits schneite es zeitweise bis in viele Täler, andererseits wurde bereits in der ersten Maihälfte ungewöhnlich früh an 18 Wetterstationen die 30 °C-Marke erreicht. Der höchste Wert wurde mit 31,8 °C am 5. Mai in Weyer (O) gemessen.

„Unterm Strich ergibt das über den gesamten Monat gesehen eine Temperatur ziemlich genau im Bereich des vieljährigen Mittels, mit einer Abweichung von plus 0,2 °C", bilanziert Orlik, „die relativ wärmsten Regionen waren Osttirol, Kärnten sowie die Gebiete im Murtal und südlich davon. Hier lag die Temperatur um 0,6 bis 1,3 °C über dem vieljährigen Mittel."