Erstellt am 30. Oktober 2012, 10:44

Martiniloben: Brauchtum mit Werbewert für Winzer. Am 11. November feiert das Burgenland seinen Landespatron, den Heiligen Martin. Im kulinarischen Mittelpunkt steht in den kommenden Tagen einerseits das "Gansl-Essen", andererseits der Jungwein.

 |  NOEN, zVg
Beim traditionellen Martiniloben in den Gemeinden rund um den Neusiedler See öffnen die Winzer die Kellertüren und laden zum Kosten ein. Dieser Brauch hat mittlerweile einen "enormen Werbewert" und bringt den Winzern "einen schönen Umsatz", erklärte Wein Burgenland-Geschäftsführer Christian Zechmeister im Gespräch.

Früher gingen die Winzer rund um den 11. November in den eigenen Keller oder zu Kollegen, um den jungen Wein zu probieren. Seit einigen Jahren werden die Kellertüren aber auch für Weinliebhaber und Kunden geöffnet. "Gols war eine der ersten Gemeinden, die das gemacht hat. Aber in den letzten Jahren hat sich das so entwickelt, dass viele Gemeinden rund um den See etwas machen. Es haben deutlich mehr Winzer offen und es wird auch stärker beworben", sagte Zechmeister.

Beworben wird das Martiniloben in den einzelnen Gemeinden meist einheitlich und von mehreren oder allen Winzern gemeinsam. Für einen einmaligen Eintrittspreis (von Ort zu Ort verschieden, Anm.) kann ab den Nachmittagsstunden von Keller zu Keller gewandert oder vereinzelt auch mit Shuttlebussen gefahren werden. "Das hat auch einen hohen weintouristischen Wert, weil viele Gäste über Nacht bleiben, hier schlafen und essen. Das freut auch die Gastronomen und ist wichtig für die ganze Region", erläuterte der Weinexperte.

Die Gäste stammen sowohl aus dem In- als auch Ausland. "Gols hat einen relativ großen Zustrom aus der Slowakei und ich weiß, dass in St. Margarethen einige deutsche Gäste unterwegs sind", so Zechmeister.

In St. Margarethen geht es beispielsweise bereits am Mittwoch los. Das Martiniloben zu Halloween wird dort als "Hallowein" beworben. "Das gehört für mich schon dazu. Dann geht es am Freitag weiter mit den offenen Kellertüren, mit dem Martinigansl-Essen. Es sind immer zwei Wochen rund um Martini herum. Der Höhepunkt wird dann natürlich am 11. November erreicht."

Mit dem heurigen Jahrgang ist Zechmeister sehr zufrieden. "Es war eine sehr gute Weinernte. Wir sind im langjährigen Durchschnitt was die Menge betrifft und qualitativ in einem absolut sehr guten Jahr." Sowohl bei den Weiß- als auch bei den Rotweinen erwarte die Weinliebhaber "ein toller Jahrgang".

Für die Süßweine wollte der Weinexperte noch keine Prognose abgeben: "Spätlese und Auslese ist gelesen. Aber es ist noch einiges draußen. Da hoffen wir noch auf fünf bis zehn schöne Tage, der nächste Monat ist ausschlaggebend."