Erstellt am 18. Juli 2011, 12:42

Mehr Geld für Tagesmütter-Ausbildung. Nach seinem Vorstoß für ein "Gütesiegel" in der Ausbildung von Tagesmüttern will Familienminister Mitterlehner nun auch mehr Geld in die Hand nehmen. Im Ö1-"Morgenjournal" am Montag kündigte er eine Aufstockung der Förderung pro Kursteilnehmerin von 750 auf 1.000 Euro an.

In der 15a-Vereinbarung für den Ausbau der Kinderbetreuung, die derzeit mit den Ländern verhandelt wird, will Mitterlehner einen "Förderschwerpunkt für den Ausbau der Betreuungsplätze von Tageseltern" verankern, hieß es zudem aus seinem Büro.

Insgesamt gibt es in Österreich Ministeriumsangaben zufolge rund 3.300 aktive Tageseltern, die 13.600 Kinder betreuen. Im Vorjahr wurde die Ausbildung von Tageseltern mit 100.000 Euro gefördert; in den zwei Jahren seit Bestehen der finanziellen Unterstützung kam sie 250 Personen zu Gute. Wie viele Tagesmütter-Ausbildungsorganisationen es in Österreich insgesamt gibt, weiß man allerdings im Ministerium nicht, da dies Ländersache ist.

Nicht zuletzt deshalb hatte Mitterlehner vor rund zwei Wochen ein neues "Gütesiegel" präsentiert, das an Organisationen verliehen wird, die einem Curriculum-Vorschlag des Ministeriums folgen. Dieser sieht unter anderem 300 Unterrichtseinheiten in Theorie und Praxis vor, definiert Lernziele und Lehrinhalte und Aufnahmevoraussetzungen sowie Abschlusskritierien.

SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm und ihr ÖVP-Gegenüber Dorothea Schittenhelm begrüßten am Montag diese Maßnahme in Aussendungen. Die Grünen dagegen fanden sie zwar grundsätzlich positiv, aber nicht ausreichend, denn es brauche verbindliche Qualitätsstandards und auch eine einheitliche Besoldung der Betreuenden, so Familiensprecherin Daniela Musiol. BZÖ-Familiensprecherin Ursula Haubner sprach von einer "Alibi-Handlung" und forderte ein bundeseinheitliches Rahmengesetz.