Erstellt am 22. August 2011, 13:23

Migranten sollen schneller Jobs bekommen. Sozialminister Rudolf Hundstorfer und das Arbeitsmarktservice (AMS) wollen Zuwanderern durch eine gezieltere Betreuung rascher als bisher zu einem Arbeitsplatz verhelfen.

Derzeit ist die Arbeitslosenrate bei Menschen mit Migrationshintergrund mit knapp 12 Prozent doppelt so hoch wie sonst. Haupthindernis für Zuwanderer am Arbeitsmarkt ist laut AMS-Vorstand eine mangelhafte Ausbildung.

Zuwanderer stellen ein Drittel aller beim AMS als jobsuchend Vorgemerkten, obwohl sie nur 16 Prozent der Beschäftigten ausmachen. Die gesetzliche Ermächtigung zum Sammeln individueller Migrations-Daten erhofft man sich bis Herbst.

Eine raschere Integration von Zuwanderern in den heimischen Arbeitsmarkt habe er bereits im vergangenen September mit den Sozialpartnern fixiert: "Wir arbeiten seit einem Jahr daran, um für die Gruppe der MigrantInnen spezielle Betreuungsangebote zu entwickeln", sagte der Minister. Für die Umsetzung dieser Ziele sei keine "Task Force" nötig, es bedürfe aber der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und den Arbeitgebern.

Zusätzliches Geld sei für die gezieltere Betreuung von Zuwanderern nicht erforderlich, "wir geben das vorhandene Geldvolumen aus". Das Fördervolumen des AMS betrage 1 Mrd. Euro im Jahr, und 34 Prozent der Kunden des AMS seien Migranten.

Das größte Hindernis ist nicht nur die Anerkennung ausländischer Zeugnisse, sondern an tatsächlich geringerer Qualifizierung, so AMS-Vorstand Kopf. Er verweist darauf, dass 44 Prozent der Zuwanderer maximal einen Pflichtschulabschluss hätten, bei Nicht-Migranten seien es nur 16 Prozent. An zweiter Stelle der Faktoren, die eine Job-Hürde darstellen, stehen schlechte Sprachkenntnisse. Daher bietet das AMS vermehrt Sprachkurse an, erhöht aber auch ständig den Anteil seiner Mitarbeiter mit bestimmten Fremdsprachenkenntnissen.