Erstellt am 07. Januar 2013, 12:14

Miliz gegen Abschaffung der Wehrpflicht. Angriffig und emotional hat am Montag die Bundesvereinigung der Milizverbände gegen die Abschaffung der Wehrpflicht argumentiert.

Präsident Michael Schaffer sprach unter anderem von einem "Schwindel mit dem Profi-Heer", Verteidigungsminister Darabos würde mit seiner Linie die Gemeinschaft schädigen. Sollte es dennoch zu einer Abschaffung der Wehrpflicht kommen, sei die Miliz "nicht mehr dabei". "Ein Berufsheer ist immer zu teuer, immer zu klein wenn man es braucht, immer zu groß wenn man es nicht braucht", lautet der Standpunkt der Verbände, denen bereits vor längerer Zeit von Darabos die Subventionen gestrichen wurden und sich daher vom Ressort als "geächtet" betrachtet. Auch sieht Schaffer das derzeit bestehende Modell des Bundesheeres als de facto Berufsheer, das sich "mit kräftiger Hilfe der Berufsmilitärs" in eine "völlig falsche Richtung entwickle.

Laut dem Verband wird vonseiten der "Pazifisten und früheren Wehrdienstverweigerern" in der Politik unseriös für die Abschaffung der Wehrpflicht geworben, etwa mit Begriffen wie Zwangsdienst und gestohlene Zeit : "Das ist eine miese, schäbige Gesinnung, die hier verbreitet wird." Solche Argumente würden nur auf Eigennutz beruhen, wogegen die meisten Österreicher gerne ehrenamtlich arbeiteten. "Wer versucht, in die Gemeinschaft einen Keil zu treiben, hat in der Politik nichts verloren", findet Schaffer.

Geht es nach den Verbänden, soll es in Österreich ein Bundesheer nach Milizprinzipien geben. Und dafür brauche es eben auch die Wehrpflicht, meint deren Präsident. "Wir haben ja auch die Schulpflicht und niemand käme auf die Idee, wenn wir beim PISA-Test schlecht abschneiden, dass wir die Schulpflicht abschaffen." Vorstellen kann sich Schaffer, das Darabos-Modell für ein Berufsheer zu adaptieren und mit der allgemeinen Wehrpflicht zu verbinden.

"Wir wollen auch, dass es keine Untauglichen mehr gibt", lautet ein weiteres Anliegen der Milizverbände. Dies solle nur der Fall sein, wenn jemand auch berufsuntauglich ist - derzeit würde dies aber auch "Promis" und Menschen "mit guten Verbindungen" betreffen, meint Präsident Schaffer.