Erstellt am 19. September 2012, 14:36

Mörbisch: Amtsübergabe an Intendantin Schellenberger. Die deutsche Kammersängerin folgt Serafin bei den Seefestspielen nach und zeigte sich bei der Übergabe motiviert: "Geh' ma's an!". 2013 gibt es den "Bettelstudent" auf der Seebühne zu sehen.

Kein Zepter, aber einen Blumenstrauß in den Farben des Burgenlandes und ein ordentliches Bündel Schilf vom Neusiedler See ist am Mittwoch Dagmar Schellenberger als Neo-Intendantin der Seefestspiele Mörbisch überreicht worden. Bei ihrer Ansprache im Rahmen der offiziellen Amtsübergabe im Eisenstädter Landhaus meinte sie gleich: "Geh' ma's an!". Angegangen ist sie die Arbeit schon längst. Sie wisse bereits, was sie bis 2017 in Mörbisch zeigen möchte und plane für die Jahre 2015 und 2016.

"Auf meinem Plan steht viel Arbeit", sagte die Kammersängerin, die auch schon in Mörbisch auf der Bühne gestanden ist. Nun tritt sie in die Fußstapfen von Harald Serafin, der sich heuer nach 20 Jahren verabschiedet hat. Eines hielt sie gleich von Anfang an fest: Mörbisch wird weiterhin und unverändert Platz für die klassische Operette bieten. "Ich habe das sehr genau begriffen, was unser Publikum möchte, da kann ich alle beruhigen. Das habe ich sehr verinnerlicht", erklärte sie.

Ihr Intendantinnen-Debüt in Mörbisch gibt Schellenberger nächstes Jahr mit dem Operettenklassiker "Der Bettelstudent" von Carl Millöcker. "Der Vorverkauf läuft Gott sei Dank schon sehr, sehr schön, aber kann natürlich immer noch mehr werden - das ist sehr wünschenswert. Ich kann nur jeden auffordern, zu kommen, weil das Stück toll ist. Wir haben es 18 Jahre nicht mehr in Mörbisch gesehen und es ist wunderschöne Musik. Wir werden ein tolles, neues Team zusammenhaben", erzählte sie. Wie dieses Team aussehen wird, werde bei einer Pressekonferenz im Frühjahr bekannt gegeben.

Zu ihrer ersten Pressekonferenz lädt Schellenberger am 20. November. Dort will sie über Dinge sprechen, "die wir generell vorhaben, ganz konkret auch". Unter anderem wird es mehrere Spielstätten geben, "wo wir auf die verschiedensten Schichten unserer Bevölkerung zugehen, ob das Junge oder Ältere sind, was auch immer".

Schellenberger will in den nächsten Jahren "viele verschiedene Handschriften präsentieren." Es werde kein Team geben, das die nächsten 15, 20 Jahre bleibe. "Eine gewisse Kontinuität, wo es angebracht ist und wo es auch nötig ist und gut funktioniert, wird bleiben. Aber gewisse Leading-Teams werden sich ändern von Jahr zu Jahr.

In Mörbisch bricht nun mit Schellenberger und nach 20 Jahren Serafin ein neues Zeitalter an. Wenn es nach der Neo-Intendantin geht, möglicherweise auch im internationalen TV-Bereich. "Ich bin im Gespräch mit vielen Medien, auch Fernsehsendern - nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland." Dort will sie an Kontakte anknüpfen, "die ich früher als Sängerin natürlich immer hatte, die ich halt nie für mich selber genutzt habe. Und nun, jetzt eben, wenn man eine Institution wie diese Bühne vertritt, dann schon. Und es gibt viel, viel Neugier, viele Interessenten, die auch in Deutschland erstmal hellhörig werden."

Mit "Geh' ma's an!" hat die deutsche Kammersängerin nicht nur ihr Arbeitstempo beschrieben, sondern auch typisch österreichische Worte benutzt. Ob sie sich burgenländisch angewöhnen wird? "Fragen Sie mich das in einem Jahr wieder. Wenn ich jetzt mit den Weinbauern, mit den Menschen im Ort und mit den Mitarbeitern zu tun habe... Das färbt bestimmt noch ab. Aber nicht auf Krampf."