Erstellt am 26. September 2016, 11:35

Liszt in allen Facetten beim Festival 2017 in Raiding. Ein Programm, welches das Schaffen von Franz Liszt in all seinen Facetten zur Geltung bringen soll, erwartet 2017 das Konzertpublikum beim Liszt-Festival in Raiding.

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Das musikalische Angebot mit Orchesterkonzerten, Liederabenden und virtuosen Interpretationen am Klavier gliedert sich wieder in drei Blöcke im März, Juni und Oktober.

Hochkarätige Pianisten und  "besonderer Leckerbissen"

Für das kommende Jahr habe man mit Till Fellner, der Chopin- und Liszt-Spezialistin Aleksandra Mikulska, Gottlieb Wallisch und Louis Lortie - einem Raiding-"Newcomer" aus Kanada - hochkarätige Pianisten und Pianistinnen gewinnen können, erläuterte Intendant Johannes Kutrowatz bei der Programmpräsentation am Montag. Lortie spielt zu Liszts Geburtstag im Oktober 2017 dessen größtes Klavierwerk, den dreiteiligen Zyklus seiner Wanderjahre, versprach Kutrowatz einen "besonderen Leckerbissen".

Das Eggner Trio, das schon einmal in Raiding konzertierte, ist mit sämtlichen Werken des Genius Loci für Klaviertrio zu Gast und zieht auch Querverbindungen zu Haydn und Mendelssohn-Bartholdy. Die beiden Intendanten Eduard und Johannes Kutrowatz selbst präsentieren mit dem Perkussionisten Anton Mühlhofer "Geschichten aus fernen Ländern". Streichquartett-Werke von Liszt und von Friedrich Gulda interpretiert das Acies-Quartett aus Kärnten.

Eröffnung am 22. März

Ebenfalls wieder in Raiding zu Gast ist die Wiener Akademie mit zwei Programmen im Juni und Oktober. Kommendes Jahr soll außerdem zu einem eigenen Termin die Gesamtaufnahme aller Liszt-Orchesterwerke präsentiert werden, kündigte Johannes Kutrowatz an.

Auch im Bereich des Liedwerks von Liszt bemühe man sich in Raiding um eine Gesamtdarstellung, erläuterte Intendant Eduard Kutrowatz. Wurden bis vor 15 Jahren allgemein noch "eine Handvoll" der insgesamt 82 Lieder Liszts gesungen, habe man hier bereits 49 davon interpretiert. Als Liedbegleiter bestreitet Eduard Kutrowatz an drei Abenden Konzerte mit der schwedischen Sängerin Malin Hartelius, der burgenländischen Mezzosopranistin Elisabeth Kulman und mit Herbert Lippert.

Die Eröffnung des Liszt Festivals 2017 am 22. März steht im Zeichen des Chorus sine nomine, der das Werk "Via Crucis" zur Aufführung bringt.

In der Saison 2015 verzeichnete das Liszt Festival mit 8.000 Besuchern eine Auslastung von etwa 85 Prozent, berichtete Geschäftsführer Thomas Mersich. Das Budget lag bei rund 630.000 Euro, das Land stelle für den Spielbetrieb rund 270.000 Euro zur Verfügung. Der Eigendeckungsgrad liege bei etwa 56 Prozent. Dabei werde privates Sponsoring immer wichtiger.

"Liszt-Audiothek" soll vorgestellt werden

Kommendes Jahr soll auch die "Liszt-Audiothek" vorgestellt werden. Dafür will man ausgewählte Konzertaufnahmen des Liszt Festivals online stellen, so Mersich. Im Rahmen des Projekts sollen einzelne Aufnahmen für einen bestimmten Zeitraum auf die Homepage gestellt werden. Man wolle damit den Besuchern die Möglichkeit bieten, sich auf die Konzerte einstimmen zu können.

Das Franz Liszt Zentrum habe sich seit Oktober 2006 als international führende Spielstätte für die Musik von Liszt positioniert, sagte Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ). Bei rund 150 Konzerten waren bisher mehr als 300 Interpretationen von Liszt-Werken zu hören. Liszt werde in Raiding nicht nur als der große Klaviervirtuose dargestellt, sondern auch als einer der produktivsten Komponisten, der die Musik revolutioniert habe. "Er wird hier nicht nur als Wunderkind, sondern auch als alter Meister zu hören und im Museum zu sehen sein".