Erstellt am 21. Oktober 2012, 08:27

Nationalfeiertag im Zeichen der Wehrpflicht-Debatte. Der Nationalfeiertag am 26. Oktober wird heuer wohl von der Wehrpflicht-Debatte und der anstehenden Volksbefragung geprägt sein.

Schon im Vorfeld hatte es Geplänkel zwischen den Regierungsparteien gegeben. Zumindest das offizielle Programm für den kommenden Freitag liest sich wie gewohnt: Die Regierung wird zum Gedenken Kränze niederlegen, Institutionen wie Parlament und mehrere Ministerien laden zum Tag der Offenen Tür und das Heer zur Leistungsschau.

Ohne die Debatte um die Wehrpflicht wird der Nationalfeiertag nicht auskommen, immerhin steht im Jänner eine Volksbefragung zu diesem Thema an. Und schon im Vorfeld hatte die ÖVP Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) vorgeworfen, im Zuge der Feierlichkeiten über eine Broschüre Werbung für sein Berufsheer zu machen. Das Ministerium wies die Vorwürfe als lächerlich zurück.

Der Tag beginnt für die Politik jedenfalls um 8.30 Uhr mit der traditionellen Kranzniederlegung, heuer allerdings nicht mehr beim Denkmal des "Toten Soldaten" in der Krypta am Wiener Burgtor - vielmehr werden Bundespräsident Heinz Fischer und Darabos die Kränze bei der Gedenktafel für die im Einsatz verstorbenen Bundesheer-Soldaten niederlegen. Im Sommer war unter dem Denkmal des "Toten Soldaten" eine Kapsel mit zwei Schriftstücken gefunden worden, eines davon war ein NS-Huldigungsschreiben des Bildhauers Wilhelm Frass.

Um 9.30 Uhr legt dann die Regierung Kränze nieder. Ab 10.30 Uhr werden am Heldenplatz feierlich Rekruten angelobt und Fischer, der ja auch Oberbefehlshaber des Heeres ist, wird eine Rede halten. Etwas zu sagen haben bei dieser Gelegenheit, die gleichzeitig einen Sonderministerrat darstellt, auch der Verteidigungsminister und Bundeskanzler Werner Faymann (S).

Schon um 10 Uhr beginnt am Heldenplatz die "dynamische Informations- und Leistungsschau" des Bundesheeres. Bei Themeninseln können sich die Besucher etwa über aktuelle Einsätze, Karrieremöglichkeiten oder 50 Jahre Heeressport informieren. Auch "jede Menge Action für die Kids" wird versprochen: Sie dürfen Geräte inspizieren und Pilot im Eurofighter spielen. Das Event am Heldenplatz wird um 17.30 Uhr mit dem traditionellen Zapfenstreich beendet.

Doch auch abseits des Heldenplatzes ist was los: Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) lädt wie jedes Jahr zum Tag der Offenen Tür ins Parlament und ins Palais Epstein. Dort kann man etwa mit Mandataren und den Präsidenten von National- und Bundesrat plaudern. Im Nationalratssitzungssaal besteht heuer für die Gäste die Möglichkeit, sich am Rednerpult fotografieren zu lassen, die Bilder sind dann online über die Website des Parlaments zu finden.

Im Laufe des Tages öffnen außerdem mehrere Ministerien ihre Pforten für alle Interessierten, darunter das Wissenschaftsministerium, das Außenministerium, das Innenministerium und das Unterrichtsministerium. Auch einen Blick ins Bundeskanzleramt kann man werfen.

Bundespräsident Fischer und seine Frau Margit empfangen am Nachmittag Besucher in der Präsidentschaftskanzlei. Wer es nicht in die Hofburg schafft, kann den Bundespräsidenten auch am Abend im ORF-Fernsehen erleben, wo er traditionell seine Botschaft zum Nationalfeiertag verkünden wird.

Wer sich lieber in Museen herumtreibt, kommt übrigens auch auf seine Kosten: Der großflächig freie Eintritt in die Wiener Museen am 26. Oktober ist zwar schon seit einigen Jahren Geschichte, traditionell werden in vielen Häusern allerdings spezielle Führungen geboten. Oft gibt es ermäßigten Eintritt, etwa im Kunst- und im Naturhistorischen Museum. Die Nationalbibliothek am Heldenplatz bietet gänzlich freien Eintritt in ihre musealen Bereiche, auch das Heeresgeschichtliche Museum kann am Nationalfeiertag gratis besucht werden.