Erstellt am 21. Oktober 2012, 11:57

Neuer Streit um Berufsheer-Modell. Ein "Profi-Heer" wäre militärisch effizienter und ökonomisch sinnvoller, das Grundwehrdiener-System sei ineffizient, militärisch nicht sinnvoll und verursache hohe Kosten.

Das konterte der Sprecher von Verteidigungsminister Darabos am Sonntag auf ein Papier aus dem Ministerium, wonach das Miliz-Modell im Plan von Darabos über 100 Mio. Euro jährlich kosten würde. Der Grundwehrdienst koste pro Jahr insgesamt mindestens 430 Mio. Euro im Jahr - nämlich 200 Mio. für Verpflegung, Sold, Unterkunft und Ausbildung der Grundwehrdiener plus 70 Mio. für deren Pensionsbeiträge sowie 160 Mio. an Ausfällen bei Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben. Selbst im engeren Sinn wären also die 100 Mio. Euro für die Profi-Miliz nur die Hälfte der Kosten des Grundwehrdienstes.

Der Darabos-Sprecher trat auch der Behauptung entgegen, ein Rekrut sei im Katastrophenfall billiger. Dabei werde nicht berücksichtigt, dass ein Grundwehrdiener im Schnitt nur einen einzigen Tag seiner sechs Monate beim Heer im Katastropheneinsatz sei. Es ist ökonomisch nicht effizient, 200 Mio. Euro jährlich für ca. 23.000 zwangsverpflichtende Grundwehrdiener auszugeben, die permanent im System erhalten werden.

Sinnvoller ist es aus Sicht des Verteidigungsministers, anlassbezogen eine Profi-Miliz für Einsätze heranzuziehen. Dass ein Berufssoldat mehr koste als ein Grundwehrdiener kommentierte der Darabos-Sprecher mit "sic!" - verwies aber darauf, dass das Profi-Heer-Modell eine Reduktion der Berufssoldaten von 13.000 auf 8.500 vorsehe.