Erstellt am 14. Juni 2013, 19:03

Chillen am Campingplatz vs. Nachmittagsbands. Das Nova Rock in Nickelsdorf hat in der ersten Hälfte von Tag eins mehr in puncto Wetter geglänzt als mit musikalischen Highlights.

APA13226448 - 14062013 - NICKELSDORF - …STERREICH: Besucher im Rahmen des "Nova Rock 2013" Festivals am Freitag, 14. Juni 2013 im burgenländischen Nickelsdorf. Das Festival findet vom Freitag, 14. Juni bis Sonntag 16. Juni 2013 in Nickelsdorf statt. APA-FOTO: HERBERT P. OCZERET  |  NOEN, HERBERT P. OCZERET (APA)
Sommerliche Temperaturen und viel Sonnenschein verleitete die Besucher am Nachmittag offenbar dazu, lieber am Campingplatz zu chillen und zu trinken, als sich vor eine der Bühnen zu drängeln. Lichtblicke gab es aber dennoch: Etwa bei der Auftaktshow von Heaven's Basement auf der Blue Stage, die zu früher Festivalstunde den Wave-Breaker recht ansehnlich füllten oder bei Kreator.

Die deutsche Band Kreator bot trashigen Trash-Metal. Zum Auftakt gab's den Titel "Phantom Antichrist" aus dem gleichnamigen, 2012 erschienenen Album. Anschließend ging es mit "From Flood Into Fire" weiter, bei dem an drei Stellen Rauch raketenmäßig in die Luft schoss. Den Leuten, natürlich dominierte die Farbe Schwarz, gefiel es. Moshpit vor der Bühne, Headbangen ohne Ende - aber inklusive Umkippgefahr, weil zu wenig Wasser getrunken und zu lange in der prahlen Sonne gestanden wurde.

Mit diesen Problemen kämpften nicht nur die Leute, die sich am Nachmittag vor die Stages trauten, diese Probleme beschäftigten auch die Sanitäter des Roten Kreuzes. Es seien wieder einmal die "Klassiker", die für die Einsatzkräfte Arbeit bedeuten, teilte Pressesprecher Thomas Horvath mit. Verletzungen beim Zelt aufbauen, Umknicken weil das falsche Schuhwerk angezogen wurde, Sonnenbrand und Dehydration, weil der Spritzer und das Bier besser schmecken als simples Wasser.

"Seit gestern, Donnerstag - dem Anreisetag - haben wir 539 Behandlungen durchgeführt. Zwölf Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, sind aber alle wieder zurück am Gelände", so Horvath. Einen starken Anstieg habe man zunächst bei Sonnenbränden verzeichnet, auch der durch starken Wind aufgewirbelte Sand sorgte bei manchen Festivalbesuchern für gerötete oder tränende Augen.

Zum Heulen sind auch die Preise im Gastrobereich: Der Kebap kostet seine fünf Euro, einen Hotdog gibt's aber schon um drei Euro, während man für gegrillte Hendlhaxerl sechs Euro löhnen muss. Neben Fast-Food wird auch die "erschreckend gesunde" Jause - etwa ein Couscous-Salat im Becher um 3,50 Euro - angeboten. Beim selben Gastronomen gibt's außerdem Semmeln in der "Tüte" und das faschierte Laberl darin als"Frikadelle".

Das sorgte bereits bei so manchem Besucher für Verwirrung oder Verständigungsprobleme beim Bestellen. Manchereiner setzt aber generell auf Festivals lieber auf Reden mit "Händen und Füßen", weil es mit dem Reden nicht mehr so funktioniert.

Auch bei der neunten Auflage von Österreichs größtem Rockfestival haben sich die campierenden Besucher nicht nur mit reichlich Flüssig-Proviant eingedeckt, sondern auch wieder in puncto Kleidung der Fantasie kaum Grenzen gesetzt: Ein Pandabär - vermutlich war nicht der deutsche Rapper Cro inkognito unterwegs - ein schmusendes Haserl oder die allseits beliebten Ganzkörperanzüge.

Für den Abend hat sich u.a. die australische Band Airbourne mit einer laut Drummer Ryan O'Keeffe "sehr lauten, sehr energiegeladenen" Show auf der Blue Stage angekündigt, im Anschluss übernimmt Headliner Rammstein das Freitags-Finale. Um 22.00 Uhr sollte Jared Leto mit seinen Kollegen von Thirty Seconds To Mars die Red Stage betreten.

Für einen Farbtupfer hätte die irische Sängerin Wallis Bird auf der Red Bull Brandwagen Stage sorgen sollen. Sie hat allerdings aus persönlichen Gründen abgesagt. Anstatt Wallis Bird soll nun die Band Marrok auftreten