Erstellt am 16. Juni 2013, 16:56

Tatar: Nova Rock soll "buntes Festival bleiben". In Nickelsdorf geht in der Nacht auf Montag das dreitägige Nova Rock Festival zu Ende. Veranstalter Ewald Tatar zog bereits am Sonntagnachmittag Bilanz.

Als Erfinder des größten Rockfestivals Österreichs - dem Nova Rock in Nickelsdorf - hat Ewald Tatar seine Firma Skalar Music (Sitz in Mattersburg) zu einer der größten heimischen Agenturen ausgebaut und veranstaltet Konzerte und Festivals auch in Ungarn und Kroatien.  |  NOEN, Ewald Tatar
Dabei verkündete Tatar, dass das Open Air ein "buntes Festival bleiben soll". Bereits in der heurigen neunten Ausgabe mischten sich Farbtupfer wie Bauchklang, Gentleman und Deichkind sowie Passenger ins rockige Programm. Auch anderswo, etwa bei Rock im Park und Rock am Ring in Deutschland sei man da nicht so genau und pingelig, also "werden wir es da auch nicht so streng halten", so Tatar.

Friedliches Nova Rock 2013: "Total positive" Bilanz

"Die Bilanz ist total positiv bis jetzt", meinte er am Nachmittag. "Es war bis jetzt ein äußerst friedliches und ruhiges Festival." Auch bei der Abreise, die bereits in der Nacht auf Montag startet, erwarte er sich keine Probleme.

Bei der heurigen neunten Ausgabe, die am Abend mit Auftritten von den Headlinern Kings Of Leon und Volbeat beendet werden sollte, zählte man knapp 50.000 Leute pro Tag - inklusive Gäste. "Es ist natürlich etwas weniger als im Vorjahr, aber jetzt nicht deutlich weniger."

April-Wetter setzte Vorverkauf hart zu

Das schlechte Wetter im April habe dem Vorverkauf in gewisser Weise zugesetzt und so was aufzuholen sei relativ schwer. "Aber im Großen und Ganzen bin ich trotzdem jetzt relativ zufrieden, weil 150.000 Besucher ist natürlich nicht irgendetwas."

Im nächsten Jahr - das Nova Rock wird von 13. bis 15. Juni 2014 stattfinden - steht ein Jubiläum ins Haus, nämlich die zehnte Ausgabe von Österreichs größtem Rockfestival. "Verraten kann ich noch nichts, es ist noch zu früh. Faktum ist, dass wir natürlich schauen werden, dass wir zum Zehn-Jahr-Jubiläum ein sehr, sehr starkes Line-up zusammenbringen werden. Das ist natürlich die ganz klare Zielvorgabe für das Ganze. Im Herbst werden wir mehr wissen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wird dann ein würdiges zehnjähriges Jubiläum."

Polizei beeindruckt von Disziplin der Festivalgäste

Musikalisch wird die Mischung "so bleiben wie sie heuer war, weil mir das persönlich sehr gut gefällt, dass es doch ein bisschen bunter ist vom Programm her. Aber man wird schauen, dass wir das besser aufeinander abstimmen können", erläuterte Tatar. Man habe etwa am Samstag bei Gentleman und Bauchklang bei vollem Haus gesehen, dass "definitiv Publikum da ist". "Das ist definitiv etwas, dass sich Nova Rock zu Herzen nehmen wird und muss", gab der Veranstalter die weitere Marschrichtung vor.

Auch bei den Einsatzkräften fiel die Bilanz im Großen und Ganzen positiv aus. Die Exekutive zeigte sich beeindruckt von der Disziplin der Besucher. Dennoch gab es ein paar Ausreißer, etwa sogenannte "Zelt-Schlitzer", die die Polizei in der Nacht auf Sonntag schnappte. Eine Polizeieinheit hatte mit einer Wärmebildkamera offensichtlich verdächtige Personen, die von einem Zelt zum anderen gingen, bemerkt. Fünf Personen wurden schließlich festgenommen.

Teils minderjährige "Zeltschlitzer" geschnappt

Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um drei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren aus Österreich. Die Verdächtigen hatten laut Polizei einen großen Teil ihrer Beute - Handys, Geld, Laptops, I-Pads und Rucksäcke - noch bei sich. Sie sollen 15 Mal zugeschlagen haben.

Im Zuge der Einvernahme gaben sie auch an, bereits im Vorjahr 30 Zelte aufgeschlitzt zu haben, so die Polizei in einer Aussendung. Den Geschädigten - einige hatten den Verlust noch nicht bemerkt - wurden die Gegenstände wieder zurückgegeben.

Sanitäter im Einsatz: 2.600 Behandlungen

"Nova Rock as usual" hieß es heuer einmal mehr für die Sanitäter des Roten Kreuzes, so Pressesprecher Thomas Horvath. Bis Samstagnachmittag wurden 2.600 Behandlungen durchgeführt, rund 100 Personen mussten zur weiteren Behandlung oder Abklärung ins Spital gebracht werden, konnten jedoch wieder auf das Geländer zurückkehren.

Generell hielten auch 2013 wieder die "Klassiker" die Sanitäter auf Trab: Hitzeerschöpfte und dehydrierte Besucher sowie zahlreiche Sonnenbrand-Opfer sorgten für arbeitsintensive Stunden auf den Pannonia Fields.