Erstellt am 11. Juni 2016, 13:01

von APA/Red

Wanda und Disturbed lieferten Unterschiede. Mit Wanda und Disturbed waren zwei extrem unterschiedliche Headliner am zweiten Nova-Rock-Tag auf den Hauptbühnen angesetzt. Was sie verbindet.

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Beide werden im Radio gespielt. Disturbed ist mit einer Coverversion von "The Sound Of Silence" nicht nur als Metalband der Sprung ins Mainstream-Programm, sondern auch an die Spitze der heimischen Charts gelungen. Und Wanda sind hierzulande längst Helden. "Ein unglaubliches Gefühl", meinte Disturbed-Sänger David Draiman im Interview mit der APA über den Erfolg. "Immer wenn ein Künstler etwas schafft, das so viele Leute erreicht, ist das sehr befriedigend. Wir sind überwältigt und dankbar."

Was das Erreichen von Menschen betrifft, waren am Freitag vorwiegend zwei Aspekte gefragt: Härte und Schnelligkeit. Denn während Alternative-Acts wie Editors oder Garbage, die auch Songs ihres neuen Albums "Strange Little Birds" vorstellten, mit eher durchwachsenem Zuspruch auskommen mussten, regierten Punk und Metal die Fangemeinden: Trivium mit modernen Hymnen, Bullet For My Valentine mit melodischen Einsprengseln oder die alten Haudegen von Offspring mit Punk-Klassikern.

Nichtsdestotrotz: Auch die Verbindung von Gefühl und Durchschlagskraft funktioniert, wie eben Disturbed mit ihrer Neudeutung des Songs von Simon and Garfunkel untermauerten. Die Idee zum Cover hatte Drummer Mike Wengren. "Er ist mit dieser Musik aufgewachsen. Na ja, der Text hat gut zu dem gepasst, über das wir sonst schreiben. Dann machte unser Gitarrist Dan Donegan den Vorschlag, das Lied nicht auf die aggressive Art einzuspielen, sondern akustische, orchestrale Elemente zuzulassen", erzählte Draiman. "Was den Gesang betrifft, war es ein Abenteuer für mich."

Speziell war auch die Bandmischung an diesem Tag. Wobei: Zwischen Garbage, Offspring und Wanda auf die Bühne zu gehen, war für Draiman sehr okay: "Jede Elite-Mentalität ist enttäuschend. Das tut niemandem gut. Alle Künstler bluten für ihre Sache, die Leute sollten daher nicht engstirnig sein. Vielfalt ist Teil des Lebens. Genießt doch alles!" In vielerlei Hinsicht kam ein Großteil der Fans diesem Credo nach: Wenn alte Hits der Gruppen erklangen, wurden die Arme in die Höhe gerissen und lautstark mitgegrölt, den neuen Songs lauschte man wiederum mit einigem Interesse.

Für eine Band war es zumindest von der Papierform her nicht ganz einfach: Wanda, seit fast zwei Jahren auf einer Welle des Erfolgs unterwegs, stellten für einige im Metal-verwöhnten Publikum wohl einen dezenten Wechsel im gewohnten Menüplan dar. Aber: Marco Michael Wanda und Konsorten ließen sich davon nicht beirren, konnten von Beginn an dank mitreißender Stücke wie "Schick mir die Post"überzeugen und verwöhnten mit einem sehr transparenten, dabei nicht minder druckvollen Sound. Dafür gab es von den Fans ein lautstarkes "Bussi Baby".

Wobei sich die Gruppe um Sänger Marco bereits vor dem Auftritt recht gelassen gezeigte. "Nach eineinhalb Jahren nur Höhenflug und frenetischem Jubel tut es auch mal gut, nicht am Exzess verehrt zu werden", meinte der Sänger im APA-Gespräch. Und schließlich seien Festivals ohnehin eine ganz besondere Angelegenheit mit eigenen Gesetzen.

Weit nach Mitternacht gab es dann noch den ersten Late-Night-Act in diesem Jahr, und zwar mit alten Bekannten: Die sich bereits im 40. Bandjahr befindende Erste Allgemeine Verunsicherung durfte zur nächtlichen Animation ansetzen.