Erstellt am 11. November 2010, 10:36

Oberhauser-Ablöse: Verhandlungen über Einvernehmliche bis zuletzt. Gespräche über die von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz angestrebte Ablöse von ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser sind am Donnerstag bis kurz vor Sitzungsbeginn des ORF-Stiftungsrats gelaufen.

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In der Früh wurde weiter über mögliche Details einer einvernehmlichen Lösung verhandelt, wie die APA erfuhr. So wurde etwa angedacht, Oberhauser weiter als Konsulent für Sportrechte zu beschäftigen, wenn er auf Bonifikationen wie Dienstwagen und eine günstige Dienstwohnung verzichtet. Der ÖVP-"Freundeskreis" des obersten ORF-Gremiums stellte sich unterdessen vor der Sitzung gegen eine Abwahl des Infodirektors.

Es gebe rechtlich keinen Entlassungsgrund, weswegen Oberhausers Vertrag ohnehin auszubezahlen sei, hieß es von ÖVP-Stiftungsräten. Dann sollte der Informationsdirektor aber auch eine Arbeitsleistung erbringen, so die Argumentation. "Arbeiten statt Abwählen", formulierte dies der Leiter des VP-"Freundeskreises", Franz Medwenitsch.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hatte Oberhauser nach einem heftigen Disput über die Bestellung von Fritz Dittlbacher zum TV-Chefredakteur das Vertrauen entzogen. Oberhauser monierte rund um die Personalentscheidung SPÖ-Einflussnahme. Kommt es zu keiner einvernehmlichen Lösung in letzter Minute, wird der ORF-Stiftungsrat heute über die Abwahl Oberhausers zu entscheiden haben. Eine Mehrheit galt zuletzt vor allem dank der Stimmen der SPÖ-Stiftungsräte als fix.

Oberhauser hat sich vor dem Stiftungsrat eine Anhörung ausbedungen. Was er den Stiftungsräten zu sagen haben wird, wurde mit Spannung erwartet.