Erstellt am 12. März 2013, 12:05

Österreich gedenkt des "Anschlusses" vor 75 Jahren. Die Regierungsspitze hat am Dienstag zum 75. Jahrestag des "Anschlusses"Österreichs an Nazi-Deutschland die aktuellen Dimensionen des Gedenkens betont.

"Niemals vergessen" heiße auch, "die richtigen Schlüsse in der Gegenwart zu ziehen", sagte Bundeskanzler Faymann nach dem Ministerrat. "Das ist nicht eine Sache der Vergangenheit, das wirkt bis heute", erklärte Vizekanzler Spindlegger.

Der Jahrestag sei Anlass, vor Hoffnungslosigkeit als "Nährboden für Rechtsextremisten" zu warnen sowie vor Gruppierungen, die mit "einfachen Lösungen" versuchten, sich an den Sorgen der Menschen zu bedienen, so Faymann. Deshalb sei es auch Teil des "europäischen Friedensprojekts" dafür zu sorgen, dass die Menschen "nicht in die Hoffnungslosigkeit, in die Massenarmut getrieben werden".

"Nie wieder darf so etwas passieren", war Spindeleggers zentrale Botschaft zum Jahrestag. Er begrüßte die heutige Gedenkveranstaltung von Bundespräsident Fischer. Die Regierung nehme teil und stehe auch für einen "verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte".

Die Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag des sogenannten "Anschlusses"Österreichs an Nazi-Deutschland erreichten am Dienstag ihren Höhepunkt. Die Spitzen der Republik trafen am Vormittag in der Hofburg zu einem von Bundespräsident Fischer veranstalteten Gedenkakt zusammen.

Zuvor hatte Fischer gemeinsam mit Nationalratspräsidentin Prammer am Mahnmal gegen Krieg und Faschismus einen Kranz niedergelegt. Der neue Verteidigungsminister Klug wiederum legte gemeinsam mit der Führungsspitze des Bundesheeres einen Kranz im Weiheraum im äußeren Burgtor nieder.

Am Morgen des 12. März 2012 hatten deutsche Truppen die Grenze nach Österreich überschritten, noch am selben Tag verkündete Adolf Hitler den "Anschluss". Der deutsche Einmarsch markierte zugleich den Beginn des Terrors gegen Juden und Andersdenkende, der bis 1945 Zigtausende das Leben kostete.