Erstellt am 05. Dezember 2012, 10:46

Österreicher fühlen sich von Finanzkrise betroffen. Aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts für Trendanalysen und Krisenforschung (ITK) geht hervor, dass sich immer mehr Menschen in Österreich persönlich in den Strudel der Finanz- und Währungskrise hineingezogen fühlen.

Der Anteil jener, die sich davon "stark" oder "eher schon" betroffen fühlen, liegt heuer mit 14,5 bzw. 30,6 Prozent bereits um die Hälfte höher als noch 2010. In der "Gier der Menschen nach schnellem Profit" erblickt noch immer eine Mehrheit von 55 Prozent der Befragten eine Hauptschuld an der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise, 2009 waren es aber noch mehr als 75 Prozent. Am zweithäufigsten wurde jetzt - von 49 Prozent - "das Versagen der Politik" genannt, etwa gleich oft wie 2010, aber deutlich häufiger als 2009.

"Das fehlende Kontrollsystem am Finanzmarkt" machten nun aber nur noch 48 Prozent als Hauptgrund verantwortlich, 2009 waren es noch fast 80 Prozent gewesen. "Egoismus und mangelnde Solidarität" ist jetzt für knapp 25 Prozent schuld, ein "mangelndes Verantwortungsbewusstsein der Banken" aber bereits von 23 Prozent.

Dass die Krise noch "länger als drei Jahre" dauern wird, glauben mittlerweile schon 48 Prozent, 2010 waren es 26 Prozent. Mit nur noch "ungefähr einem Jahr" rechnen dagegen lediglich 5 Prozent, vor zwei Jahren waren noch fast 13 Prozent so optimistisch. Dass es mit weiteren "2 bis 3 Jahren Krise" getan ist, glauben nur mehr 30 Prozent, 2010 waren es noch 48 Prozent.

61 Prozent erwarten sich eine Lösung der Finanz- und Währungskrise "von der EU", lediglich 46 Prozent von der österreichischen Regierung, 38 Prozent "von der Wirtschaft/von den Unternehmen" und gar nur 16 Prozent von den Sozialpartnern.

Dass sich Österreich am Euro-Rettungsschirm beteiligt, halten 49 Prozent nicht für richtig und 39 Prozent für richtig. Vor allem Frauen sowie Menschen mittleren Alters (zwischen 30 und 60) sowie Alleinerziehende und Arbeiter lehnen die Rettungsschirm-Beteiligung auffallend stark ab, ferner FPÖ-Parteigänger.

Insgesamt glauben 27 Prozent der Befragten, dass die Eurozone weiter bestehen und - wie geplant - um Mitgliedsstaaten der EU erweitert wird. 22 Prozent dagegen meinen, dass eine neu gebildete Eurozone nur jene Länder umfassen wird, die eine stabile Währungspolitik betreiben.