Erstellt am 17. Juni 2013, 10:02

Österreicher sehen Papst nach 100 Tagen positiv. Die Österreicher haben ein positives Bild von Papst Franziskus nach 100 Tagen im Amt. In einer Oekonsult-Studie bekommt der katholische Oberhirte im Schnitt eine Gesamtnote von 2,3. Vor allem seine Positionierung als Fürsprecher der Armen und sein unkonventioneller Kommunikationsstil kommen gut an.

86,8 Prozent der Befragten glauben, dass Franziskus die Rolle der katholischen Kirche als moralische Instanz in der Welt wieder stärken kann. Lediglich 22,2 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass der "Hype" um den neuen Papst "völlig überzogen" sei und es in der katholischen Kirche in Wirklichkeit keinen neuen Wind gebe.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten glaubt auch, dass es dem neuen Papst auch gelingen wird, die Austrittstendenzen in der katholischen Kirche Österreichs einzudämmen. Allerdings wird mehrheitlich erwartet, dass Kindesmissbrauch durch Kirchenvertreter unter Franziskus "weiterhin gedeckt, geleugnet und verharmlost wird". 52,8 Prozent der Befragten sind dieser Meinung.

Besonders punkten konnte Jorge Mario Bergoglio mit seiner demonstrativen Bescheidenheit "in der Tradition des Heiligen Franz von Assisi". 93,7 Prozent der Befragten gefällt das, nur 6,3 Prozent sehen die Positionierung des früheren Erzbischofs von Buenos Aires kritisch.

Auch der offene Kommunikationsstil von Franziskus gefällt den Österreichern. So sind 83,3 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass er sich nicht scheue, "sehr heiße Eisen und Konfliktthemen deutlich und direkt anzusprechen". Zwei Drittel erwarten, dass er "starke reformerische Ansagen" bei den Dauerbrennern wie Empfängnisverhütung, Wiederverheiratete, Zölibat, Frauenpriestertum, Homosexualität oder Kindesmissbrauch machen wird.