Erstellt am 26. November 2012, 13:19

Österreicher vererben Immobilien im Mrd.-Bereich. Die Österreicher vererben pro Jahr Immobilien im Wert von rund zehn Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer von der Raiffeisen Bausparkasse beauftragten Studie.

 |  NOEN, © Alexandra Gruber
In den vergangenen Jahrzehnten hätten die Österreicher ein riesiges Immobilienvermögen aufgebaut, das nun vererbt wird, erläuterte Generaldirektor Manfred Url am Montag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Mit Hilfe dieser Meinungsbefragung wollte man herausfinden, was in den nächsten Jahren passieren werde, sagte Url.

Fragen, ob das Erbe bereits geregelt sei, wer erben werde und vor allem was, wurden an Personen ab 50 Jahren gerichtet. Bei der Frage, was vererbt werde, zeigte sich ein Stadt-Land-Gefälle. Beispielsweise wohnen im Burgenland 86 Prozent der Befragten aktuell in einem Ein- bzw. Zweifamilienhaus. Dementsprechend hoch ist auch der Wert der vererbten Häuser. 76 Prozent des Erbes fällt im östlichsten Bundesland auf Ein- bzw. Zweifamilienhäuser. "Das ist der höchste Wert in Österreich", so Raiffeisenlandesbank-Burgenland-Generaldirektor Julius Marhold.

Relativ einig waren sich die Teilnehmer hingegen bei der Frage, wer erben solle. Österreichweit liegen mit 82 Prozent Kinder an erster Stelle, gefolgt vom Ehe- oder Lebenspartner (21 Prozent) und den Enkelkindern (fünf Prozent). Im Burgenland ist der Wert beim Ehe- und Lebenspartner hingegen "signifikant" höher und liegt bei 34 Prozent, erklärte Marhold.

Aufgrund der Immobilien-Erbschaftswelle sehe man zukünftig einen hohen Beratungsbedarf, so Url. "Die Immobilien sind häufig aus der Nachkriegszeit", was einen hohen Sanierungsbedarf bedeute. Daher werde auch eine Finanzierungsnachfrage gegeben sein.

Nach einem "Einbruch" im ersten Halbjahr 2012 mit einem Minus von 9.954 Neuabschlüssen ist man seitens der Raiffeisen Bausparkasse bundesweit nun auf einem guten Weg. Im 3. Quartal konnte das Minus auf 128 gesenkt werden, im Oktober wurde ein Plus von 1.438 Neuabschlüssen verzeichnet, erläuterte Url. Insgesamt wurden von Jänner bis Oktober 204.400 neue Verträge abgeschlossen.

Das Burgenland gilt im Übrigen als ein "Land der Sparer, ein Land der Bausparer", berichtete Marhold. Laut Geschäftsentwicklung per 31. Oktober wurden 9.000 Verträge neu abgeschlossen. Die Finanzierungsleistung für den Wohnbau beträgt 35,1 Mio. Euro. Die Einlagen wurden mit 267,1 Mio. Euro beziffert, die Ausleihungen mit 247 Mio. Euro.