Erstellt am 29. Oktober 2012, 13:33

Österreicher wollen mehr direkte Demokratie. Das Interesse der Österreicher an Politik ist "dramatisch niedrig", nur ein Drittel ist zufrieden mit der Arbeit des Nationalrates. 80 Prozent wünschen sich den Ausbau der direkten Demokratie.

Das sind die Ergebnisse einer Studie über "Direkte Demokratie in Österreich" der Studiengruppe International Vergleichende Sozialforschung (Uni Graz) und des IFES, die am Montag präsentiert wurde. 2.000 Österreicher wurden zwischen August und September 2012 "face to face" befragt. Die letzte vergleichbare Studie - die Parlamentarismusstudie - gab es 2004.

Die Studie zeigt, dass sich das Interesse an der Politik weiter verschlechtert hat - und jetzt, so Studiengruppen-Leiter Haller, "dramatisch niedrig" ist. Nur 19 Prozent sind politisch interessiert, 48 Prozent halten sich "so ungefähr auf dem Laufenden" und 33 Prozent kümmern sich so gut wie gar nicht darum. Von den unter 30-Jährigen ist sogar die Hälfte komplett desinteressiert.

Nur 30 Prozent sind (eher) zufrieden damit, wie die gewählten Volksvertreter die Interessen der Bevölkerung vertreten. Und insgesamt ist nur eine knappe Mehrheit (55 Prozent) alles in allem zufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie insgesamt.

Gegen diese "höchst problematische Entwicklung" könnte der Ausbau der direkten Demokratie helfen. Fast 80 Prozent der Befragten sind dafür (31 Prozent "sehr", 48 "eher schon"), am stärksten die 30- bis 44-Jährigen - und die Anhänger von FPÖ und BZÖ -, die "auch die Unzufriedensten" sind.

Von den bestehenden Formen wird die verbindliche Volksabstimmung als beste Möglichkeit der Mitbestimmung erachtet (74 Prozent), die Bereitschaft sich zu beteiligen liegt bei knapp 50 Prozent. Noch höher wäre die Beteiligung an einer verbindlichen Volksabstimmung.

Vorteile brächte der Ausbau der direkten Demokratie nach Meinung der Befragten vor allem der Bevölkerung insgesamt (60 Prozent) bzw. den mittleren und ärmeren sozialen Schichten. Fast drei Viertel sind überzeugt, dass damit Interesse und die Zufriedenheit mit der Politik gesteigert würden.