Erstellt am 25. März 2013, 10:36

Österreichs Arbeitnehmer werden immer produktiver. Die Arbeiterkammer wehrt sich gegen die immer wiederkehrende Kritik, wonach Österreichs Beschäftigte nicht genug Leistung bringen.

Das Gegenteil sei wahr: In den letzten zwei Jahrzehnten habe sich die Produktivität der Arbeitnehmer um 36,5 Prozent erhöht und liege nun im EU-Vergleich im Spitzenfeld. Der neue AK-Präsident Kaske forderte am Montag mehr Respekt vor den Leistungen der Beschäftigten. Diese sollten an den steigenden Unternehmenserfolgen stärker partizipieren. Laut EU-Statistikamt Eurostat belegte Österreich 2011 bei der Produktivität pro Beschäftigtem Platz vier, hinter Luxemburg, Irland und Belgien. Frankreich erreichte denselben Wert wie Österreich. Schlusslichter waren Lettland, Rumänien und Bulgarien.

Die AK verwies auch auf eine bereits Ende Februar publizierte Studie des Unternehmensberaters Czipin Consulting. Demnach nutzen die Österreicher nur 62 Prozent ihrer Arbeitszeit produktiv, das Potenzial liegt aber bei 85 Prozent. Schuld ist laut Czipin aber nicht die fehlende Arbeitsmoral der Beschäftigten, sondern hauptsächlich schlechte Organisation und mangelnde Führungsqualitäten.

Weiters führte die Arbeiterkammer eine eigene Erhebung zur Dividendenpolitik heimischer Firmen ins Treffen. 2011 habe der Ausschüttungsanteil gemessen an der Lohn- und Gehaltssumme mit 45 Prozent bereits Vorkrisenwerte übertroffen, der Personalaufwand sei aber gesunken. "Die Entwicklung der Lohn- und Gehaltsstruktur ist deutlich hinter den hohen Steigerungsraten bei der Wertschöpfung zurückgeblieben", so die AK.