Erstellt am 27. Januar 2014, 13:03

Österreichs Bischöfe besuchen Papst Franziskus. Die Österreichische Bischofskonferenz hat am Montag ihren Audienz-Reigen im Vatikan im Rahmen des Ad-limina-Besuchs mit einer Messe im Petersdom eröffnet.

Kardinal Schönborn ging dabei auf die wachsende Ablehnung der römisch-katholischen Kirche ein. Gedacht wurde des verstorbenen St. Pöltener Altbischofs Krenn. Am Montag steht auch ein Treffen mit Papst Franziskus auf dem Programm.

Die Bischöfe müssten sich anlässlich des Besuchs auch überlegen, "warum die Freude des Evangeliums immer auch auf solche Ablehnung stößt", regte Schönborn, Erzbischof von Wien und Vorsitzender der Bischofskonferenz, seine Mitbrüder zur Selbstreflexion an. "Diese Botschaft erfordert von uns eine grenzenlose Öffnung der Herzen." Schönborn mahnte auch - in Anlehnung an das Evangelium -, sich nicht derartig zu verschließen, wie es zur Zeit Jesu die Schriftgelehrten getan hätten.

Familien-Umfrage spricht eine deutliche Sprache

Hintergrund der selbstkritischen Worte sind nicht nur die schwindenden Katholikenzahlen. Das Ergebnis der Familien-Umfrage des Vatikans, das die Bischöfe bei ihrem Besuch überbringen, spricht eine deutliche Sprache: Eine überwältigende Mehrheit der österreichischen Teilnehmer attestieren der Kirche Lebensferne, insbesondere bei den Themen Homosexualität, Verhütung und Scheidungen.

In der Krypta des Petersdoms vor dem Grab des Apostels Simon Petrus stand auch das Gedenken an den am Samstag 77-jährig verstorbenen emeritierten Bischofs von St. Pölten, Kurt Krenn, im Mittelpunkt. Schönborn empfahl diesen der "Barmherzigkeit Gottes". Der einst umstrittene Mitbruder fand auch Platz in den Fürbitten. Gebetet wurde auch für den Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari, der aufgrund einer Operation nicht am Ad-limina-Besuch teilnehmen kann.

In den kommenden Tagen erwartet die Bischöfe ein dichtes Programm: Bereits am Montag treffen die Mitglieder der Wiener Kirchenprovinz mit Schönborn an der Spitze Papst Franziskus. Die Bischöfe der Salzburger Provinz erstatten parallel den unterschiedlichen Dikasterien, wo sich die engsten Mitarbeitern des Papstes befinden, Bericht. Bereits am Vormittag findet sich die Salzburger Delegation in der Glaubenskongregation ein.