Erstellt am 10. Dezember 2010, 18:14

ORF und ATV im Sekundenclinch um Parlamentsberichterstattung. ORF und ATV liegen in der Parlamentsberichterstattung weiter im Clinch. Stein des Anstoßes am Freitag war ein Brief von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, wonach der ORF von der Budgetrede im Nationalrat am 30. November über 319 Minuten berichtet hätte, ATV jedoch nur vier Minuten und 43 Sekunden.

Der Privatsender protestierte gegen diese Darstellung. ATV habe der Budgetrede vielmehr "62 Minuten und 16 Sekunden" aktuell gewidmet.

Aus der Sicht von ATV wurde fast gleich ausführlich berichterstattet wie im ORF: Abseits der 244 Minuten langen Live-Schaltung hatte dieser in zehn "ZiB"-Berichten, einem "Report"-Beitrag und einem "Runden Tisch gemeinsam 75 Minuten und 31 Sekunden berichtet. ATV betont nun, "rund um die Budgetrede in allen Nachrichtensendungen umfangreich" Beiträge gemacht zu haben. Tags darauf habe sich die Diskussionssendung "Am Punkt" dem Sparpaket gewidmet. Ergibt nach Rechnung des Privatsenders mehr als 62 Minuten und 16 Sekunden.

Wrabetz hatte sich am Freitag erneut gegen den Vorwurf gewehrt, ein "Monopolist" in Sachen Parlamentsberichterstattung zu sein. In einem Schreiben an die Abgeordneten des Nationalrats betonte der Generaldirektor am Freitag einmal mehr, dass sich der ORF "keinesfalls als Monopolanbieter sieht und für Gespräche über eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zur Verfügung steht".

Die eingeschränkten Kamerapositionen für private TV-Anbieter sorgten rund um die jüngste Budgetrede für Irritationen. Während der ORF im Plenarsaal drehen darf, können die Privatsender nur seitlich vom Pressebalkon filmen, was naturgemäß schlechtere Bilder zur Folge hat. Bei der Budgetrede am 30. November bekamen die Privatsender vom ORF gratis Bildmaterial zur Verfügung gestellt. ATV hat davon ca. 32 Sekunden übernommen, heißt es in dem ORF-Schreiben an die Parlamentarier.