Erstellt am 25. Juni 2013, 15:42

Palliative Betreuung im Pflegeheim: Grenzüberschreitendes EU-Projekt. Der demografische Wandel mit einem Anstieg des Lebensalters stellt Leitung und Betreuer in Altenwohn- und Pflegeheimen vor neue Herausforderungen.

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Ziel des österreichisch-ungarischen EU-Projekts "Narzisse" ist es, die Mitarbeiter im Bereich der Palliativbetreuung zu schulen. Am Projekt, das anlässlich der Eröffnungskonferenz am Dienstag inEisenstadt präsentiert wurde, beteiligen sich je drei Einrichtungen im Burgenland und in Wien sowie zwei Heime im ungarischen Komitat Zalaegerszeg.

Der Bedarf an palliativer Betreuung in den Altenwohn- und Pflegeheimen sei groß. "Die alten Menschen kommen einfach später, sie bleiben wesentlich kürzer und sie kommen mit sehr vielen Krankheiten", erklärte Projektleiterin Sigrid Beyer vom Dachverband Hospiz Österreich.

Im Rahmen des EU-Projekts "Narzisse" sollen qualitätsverbessernde Maßnahmen in den Heimen umgesetzt werden. Mittel dazu seien ein zweijähriger Prozess zur Organisationsentwicklung und eine 36-stündige Basisschulung im Bereich palliative Geriatrie für 80 Prozent aller Mitarbeiter der teilnehmenden Einrichtung von der Heimleitung bis zur Küche, erläuterte Beyer.

Bereits seit 2006 arbeite der Dachverband an der Idee einer Umsetzung von Hospiz- und Palliativbetreuung in den Alten- und Pflegeheimen, schilderte Geschäftsführerin Leena Pelttari. Das Konzept werde mittlerweile österreichweit in rund 50 Heimen angewandt oder sei in Umsetzung. Viele Bewohner kämen in immer schlechterem Zustand, multimorbid und sehr oft an Demenz erkrankt ins Pflegeheim, so dass es vom ersten Tag an palliativpflegerisches und -medizinisches Wissen brauche. Eine entsprechende Betreuung führe zu Schmerzlinderung und einer guten Symptomkontrolle. Außerdem gebe es eine Auseinandersetzung mit ethisch schwierigen Situationen und eine gute Abschiedskultur.

Im Zuge des im Mai 2012 gestarteten Vorgängerprojekts "Tamas" habe man mittels einer Studie die Situation im Hospizbereich im Burgenland und in Ungarn erhoben, erläuterte BFI-Landesgeschäftsführer Peter Maier. Dabei habe man gesehen, dass "ein Riesenbedarf an Hospizhilfsdiensten" bestehe.

"Fast 90 Prozent der pflegebedürftigen Burgenländer werden zu Hause betreut und gepflegt", so Gesundheitslandesrat Peter Rezar (S). Die Situation werde sich in den nächsten Jahren verändern, weil immer mehr Menschen allein oder zu zweit im Haushalt leben.

Mitarbeiter von Pflegeheimen bräuchten eine fundierte Ausbildung sowie laufende Unterstützung: "In den Einrichtungen muss ganz einfach so etwas wie eine Hospiz- und Palliativkultur entwickelt werden", erklärte Rezar. So solle vermieden werden, dass der sterbende Mensch gerade in der Zeit, in welcher er Abschied vom Leben nimmt, nochmals in eine ihm fremde Umgebung wie etwa ein Spital gebracht werde, obwohl alle Beteiligten wüssten, dass diesem Menschen nicht mehr geholfen werden kann.