Erstellt am 31. Oktober 2012, 15:06

Patientenanwalt behandelte 2010/11 355 Beschwerden. Leichter Rückgang im Burgenland zum Vergleichszeitraum 2008/09, in 37 Fällen wurden 510.000 Euro Schadenersatz erreicht.

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Im Burgenland hat die Patientenanwaltschaft in den vergangenen zwei Jahren für Betroffene in 37 Fällen insgesamt etwa 510.000 Euro Schadenersatzzahlungen erreicht, bilanzierte Patientenanwalt Josef Weiss am Mittwoch in Eisenstadt. Insgesamt wurden 355 Beschwerdefälle bearbeitet, was einen leichten Rückgang zum Berichtszeitraum 2008/09 (369 Fälle) bedeute.

"Pro Jahr gibt es circa 160 neue Fälle", erklärte Weiss. 2010/11 betrafen 195 Beschwerden Spitäler und knapp 50 freiberufliche Ärzte. Mehr als 75 Prozent der Beschwerdefälle insgesamt beträfen die medizinische Behandlung - in Spitälern, aber auch im niedergelassenen Bereich sowie bei Zahnärzten, erläuterte Gesundheitslandesrat Peter Rezar (S).

Über die Schlichtungsstelle der Ärztekammer liefen zwei Verfahren mit einer Schadenersatzleistung von insgesamt 16.200 Euro Schadenersatz, so Weiss. Bei Schäden, die nicht unter die Haftpflichtversicherung fallen, wird der Patientenentschädigungfonds tätig. Dabei seien in neun Fälle rund 54.300 Euro zugesprochen worden.

Burgenlands Spitäler nehmen jährlich rund 60.000 Patienten stationär auf, rund 255.000 ambulante Behandlungen werden verzeichnet. Insgesamt sieben Beschwerden kamen in den vergangenen zwei Jahren aus dem Bereich der insgesamt 47 Altenwohn- und Pflegezentren, so Rezar.

Bei den Beschwerden über Krankenhäuser mache die Chirurgie fast 60 Prozent der Eingaben aus. Bei Allgemeinmedizinern gehe es meist darum, dass Ärzte ihrer Bereitschaftsverpflichtung nicht nachgekommen wären.

Aus dem Bereich der Sozialversicherungen kämen Beschwerden etwa über die Ablehnung von Leistungen wie Kur- und Rehaaufenthalten sowie zu Kostenübernahmeproblemen.

Seit 2009 ist Weiss auch Behindertenanwalt. In den vergangenen zwei Jahren habe es in diesem Bereich 80 Anfragen gegeben. Sie betrafen neben mangelnder Barrierefreiheit von Einrichtungen vielfach den Wunsch nach Vertretung bei Behörden und Gerichten - hauptsächlich im Zusammenhang mit Unfallrenten und Pflegegeldangelegenheiten.