Erstellt am 07. November 2014, 14:05

Patriach kommt: Gipfeltreffen zum Martinsfest. „Ich freue mich schon auf Eisenstadt – und ich danke Ihnen für Ihre Martins-Tat“, verkündete Bartholomaios I. am Donnerstagabend bei seiner Ankunft in Eisenstadt. Denn zum Feiertag (Dienstag, 11. November) besucht der Patriach von Konstantinopel das Burgenland.

Bruderkuss bei der Ankunft im Burgenland: Bartholomaios I. und Bischof Zsifkovics mit Metropolit Arsenios und Bischöflichem Sekretär Dominik Orieschnig.  |  NOEN, Diözese Eisenstadt/Thomas Beranek
Bartholomaios I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt von 250 Millionen orthodoxen Christen, feiert mit Bischof Ägidius J. Zsifkovics und der Diözese Eisenstadt am 11. November das traditionelle St. Martinsfest. Deshalb wird der Patriarch um 9 Uhr am Festgottesdienst im Eisenstädter Martinsdom teilnehmen.

Ausdruck ökumenischer Verbundenheit

Es ist das erste Mal in der Geschichte des Burgenlandes und der Diözese Eisenstadt, dass ein Ökumenischer Patriarch seinen Fuß auf pannonischen Boden setzt. Und es ist der höchste Besuch eines kirchlichen Würdenträgers seit dem Besuch des heiligen Papstes Johannes Paul II. in Trausdorf vor einem Vierteljahrhundert.

x  |  NOEN, kathbild.at/Franz Josef Rupprecht
Das Treffen gilt als Ausdruck besonderer Freundschaft und ökumenischer Verbundenheit. Es darf als Zeichen großer Wertschätzung gesehen werden, dass Bartholomaios I. die Diözese Eisenstadt besucht.

Der Ökumenische Patriarch wird auch die katholische Pfarre St. Andrä am Zicksee besuchen; im Seewinkel soll das erste orthodoxe Kloster in Österreich entstehen. Die Diözese Eisenstadt stellt dafür - einer Bitte von Metropolit Arsenios entsprechend - ein Grundstück zur Verfügung.

Bruderkuss: „Glücklich, in Österreich zu sein“

Zuvor jedoch absolvierte Bartholomaios I. ein intensives Arbeitstreffen mit Bischof Zsifkovics, bei dem die Stärkung der Beziehungen der beiden christlichen Schwesterkirchen auf der Agenda steht.

Mit einem strahlenden Lächeln trat der Patriarch am Donnerstagabend der burgenländischen Delegation unter Zsifkovics entgegen, die ihn bei seiner Ankunft erwartete. Beide kennen einander einander schon von früheren Begegnungen.

Mit einem herzlichen Bruderkuss und den Worten „Ich bin glücklich, in Österreich zu sein“ zeigte Bartholomaios I. seine Vorfreude und die Dankbarkeit für die geplante Stiftung des Klosters in St. Andrä.

Erstes kleines Arbeitsgespräch unter Freunden

Gleich nach der Ankunft unterhielten sich Bartholomaios I. und Bischof Zsifkovics in entspannter Atmosphäre über das Programm der kommenden Tage in Österreich.

Der Ökumenische Patriarch berichtete unter anderem von dem bevorstehenden Treffen mit Papst Franziskus, welches nur wenige Tage nach dem Martinsfest in Konstantinopel (Istanbul) stattfinden wird.  Doch der Vatikan wird auch beim Martinsfest in Eisenstadt am 11. November höchst prominent vertreten sein.

Martinsfest als Gipfeltreffen der Ökumene

Denn am Donnerstag erreichte die Diözese Eisenstadt die Nachricht, dass Papst Franziskus seinen „Ökumeneminister“, Kurienkardinal Kurt Koch, in Begleitung des Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Stephan Zurbriggen zum Martinsfest der Diözese Eisenstadt entsenden wird.

Mitbringen wird Kardinal Koch eine Grußbotschaft von Papst Franziskus, die im Eisenstädter Dom verlesen werden wird. Damit entwickelt sich das Martinsfest zu einem weltkirchlichen Gipfeltreffen der Ökumene und zu einem Großereignis für die junge Diözese Eisenstadt und das ganze Burgenland.

Abseits vom Protokoll Abstecher nach St. Andrä

Das strenge Protokoll seines mehrtägigen Österreich-Besuches will Bartholomaios I. durchbrechen, um noch einen Tag vor dem Martinsfest die burgenländische Gemeinde St. Andrä am Zicksee kurz zu besuchen

Der Patriarch möchte den Menschen im Ort persönlich begegnen und gemeinsam mit den katholischen Mitchristen sowie Bischof Zsifkovics am Montag um 16.00 Uhr in der Pfarrkirche ein Gebet für die Einheit der Christen und für das gute Gelingen des Klosterprojekts sprechen. Alle BürgerInnen von St. Andrä sind herzlich dazu eingeladen!