Erstellt am 20. August 2011, 07:31

Pflegekosten 5 bis 7 Prozent der Länder-Budgets. Die Ausgaben der Länder für den Pflegebereich liegen laut Erhebungen der APA bei rund fünf bis sieben Prozent der jeweiligen Gesamt-Budgets. Bisher konnten aus den Landesregierungen sechs Länder Daten liefern, Wien hat dabei naturgemäß - gemessen an den absoluten Zahlen - mit 839 Mio. Euro im Jahr 2010 den höchsten Aufwand.

Prozentuell gesehen wenden die Bundeshauptstadt, die Steiermark und Tirol mit rund sieben Prozent die meisten Mittel auf. In der Aufstellung fehlen allerdings Daten aus Salzburg, dem Burgenland und Vorarlberg.

In Wien machte der Aufwand für den Pflegebereich im Vorjahr 7,06 Prozent des Gesamt-Budgets aus. Rechnet man die Einnahmen (hauptsächlich Kostenbeiträge der Klienten) gegen, so hatte die Stadt Wien Ausgaben von 588 Mio. Euro - das entspricht 5,16 Prozent des gesamten Budgets 2010. Zum Vergleich: Der gesamte Bereich Gesundheit und Soziales (inklusive Pflege-Aufwand) schlug 2010 mit 2,95 Mrd. Euro zu Buche. 1,74 Mrd. Euro machte der Schul- und Kindergartenbereich aus. Sogenannte nachfragewirksame Ausgaben (wie etwa U-Bahn-Ausbau, Straßenerhaltung oder Materialanschaffungen) kamen auf 4,88 Mrd. Euro. Der Baubereich nahm 1,91 Mrd. Euro in Anspruch.

In Niederösterreich ist laut dem Büro von Finanzreferent Wolfgang Sobotka für kommendes Jahr für den Pflege-Bereich eine Gesamt-Summe von rund 470 Mio. Euro veranschlagt. Bei einem Gesamt-Budget von rund 7,57 Mrd. Euro entspricht dies 6,21 Prozent der Gesamt-Summe. Zieht man die spezifischen Einnahmen ab (wofür es allerdings nur Daten aus dem Jahr 2010 gibt), so kommt man auf jährliche Netto-Gesamtausgaben des Landes von rund 260 Mio. Euro (3,45 Prozent des Gesamt-Budgets).

In der Steiermark betrugen die Brutto-Aufwendungen des Landes im Vorjahr 398 Mio. Euro (7,38 Prozent am Gesamt-Budget), abzüglich der Einnahmen mussten Länder und Gemeinden 223 Mio. Euro für die Pflege aufwenden.

Prozentuell etwas weniger kostete die Pflege in Oberösterreich: Ein Aufwand von 274 Mio. Euro (Voranschlag 2011) bedeutet, dass 5,9 Prozent der veranschlagten Gesamt-Ausgaben des Landes (4,63 Mrd.) in den Pflege-Sektor fließen. Zur Einnahmen-Seite liegen in Oberösterreich keine Daten vor.

In Tirol betrug 2010 der Brutto-Aufwand 211 Mio. Euro (7,15 Prozent des Gesamt-Budgets). Berücksichtigt man die Einnahmen, so lag der Netto-Aufwand bei 104 Mio. Euro.

Allerdings ist anzumerken, dass die Daten der Länder nur bedingt vergleichbar sind. Denn in den Büros der Landessozial- bzw. -finanzreferenten werden zum Teil unterschiedliche Berechnungsmethoden angewandt. Ein Beispiel: In Kärnten wird unter anderem auch die Behindertenhilfe zum Pflege-Aufwand dazugerechnet, in anderen Ländern hingegen nicht.