Erstellt am 12. November 2013, 14:22

Preisträger vor den Vorhang. Zum zweiten Mal vergab die BVZ den Martini-Preis in den Kategorien Engagement, Wirtschaft, „Unsere Zukunft“, Kultur und Sport.

Freude über den BVZ-Martini: Preisträger Horst Horvath (5.v.r.) mit Gattin Heike (4.v.r.), BVZ-Leiter Markus Stefanitsch (3.v.r.), den Künstler-Kollegen Andreas Lehner (3.v.l.) und Wolfgang Horwath (5.v.l.) sowie den BVZ-Mitarbeitern Alexander Horvath, Melanie Buzanich, Eva Leeb, Michael Pekovics und Wolfgang Millendorfer (v.l.).  |  NOEN, Foto: BVZ
Vorbildlicher Einsatz, besondere Leistungen und innovative Projekte wurden rund um den Landesfeiertag zum zweiten Mal von der BVZ ausgezeichnet. Mit dem BVZ-Martini sollen jene vor den Vorhang geholt werden, die das ganze Jahr über Großartiges geleistet haben. Die Preisträger in den einzelnen Kategorien – Wirtschaft, Kultur, Sport, Engagement und „Unsere Zukunft“ – werden auf den folgenden Seiten präsentiert.

Anerkennung für besondere Leistungen

Erster Chefredakteur und NÖ-Pressehaus-Geschäftsführer Harald Knabl über den Preis: „Wir stellen in der BVZ Persönlichkeiten, Gruppen oder Initiativen das ganze Jahr über in den Mittelpunkt der Berichterstattung, und das in verschiedensten Themenbereichen. Es liegt daher nahe, für ganz besondere Leistungen den BVZ-Martini als Anerkennung zu vergeben.“ Die positive Resonanz hat gezeigt, dass die BVZ mit diesem Preis einen wichtigen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Burgenland leistet. „Das Spezielle an der Wahl ist, dass die Gewinner von einer jeweils kompetenten und unabhängigen Jury ausgewählt wurden“, so BVZ-Leiter Markus Stefanitsch.

Die Preisträger im Porträt

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Kategorie Wirtschaft: Julius Marhold, über 30 Jahre Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank

Von Werner Müllner

Mit einem Pensionisten einen Termin auszumachen, ist gar nicht so einfach. Dennoch traf sich vor wenigen Tagen der vor Kurzem aus dem Amt geschiedene Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Burgenland, Julius Marhold, im Büro seines Nachfolgers Rudolf Könighofer mit einer Abordnung der BVZ.

Als ihn der Geschäftsführer des NÖ Pressehauses und erster Chefredakteur Prof. Harald Knabl und BVZ-Leiter Markus Stefanitsch darüber informierten, dass er von einer Fachjury mit dem „Martini 2013“ bedacht wurde, war er baff: „Ich wunderte mich schon, was ich für einen Fototermin mit der BVZ hätte… Damit hätte ich nicht gerechnet!“ Seit September gönnt er sich eine Stunde mehr Schlaf, erzählt er. Über 30 Jahre – die er an der Spitze von Raiffeisen war – stand er täglich um 5.45 Uhr auf – jetzt erst um 6.45 Uhr…

Am meisten freut sich Marhold, dass er nun „Herr seiner Termine“ ist, die, wie er sagt, nun im Ruhestand „nun doch viel weniger geworden sind.“ In den 30 Jahren, die er für die Raiffeisenlandesbank tätig war, erhöhten sich die Bilanzzahlen um das Achtfache. Der Martini – ein Werk von Sepp Laubner – wird bei Marhold einen Ehrenplatz neben dem Großen Ehrenzeichen der Republik bekommen.

Zur Person: Julius Marhold war der bislang längstdienende Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Burgenland in ihrer fast 90-jährigen Geschichte. 30 Jahre lang stand er an der Spitze der Raiffeisenlandesbank Burgenland. Im August des heurigen Jahres zog sich Marhold in den wohlverdienten Ruhestand zurück. In Marhold Ära erhöhte sich die Bilanzsumme der Raiffeisenlandesbank um das Achtfache. Neben zahlreichen Auszeichnungen auf Landesebene wurde Marhold im Jahr 2001 das Große Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich verliehen.

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Kategorie Kultur: Horst Horvath

Als Szene-Urgestein ist Horst Horvath seit Jahrzehnten von Nord bis Süd unterwegs – von der Volkshochschule der Burgenländischen Roma über das Festival „Burg Forchtenstein Fantastisch“ und das EU- Art-Network
bis hin zu den unzähligen Lesungen des Verlages „edition lex liszt 12“.

Dass die Arbeit, die er im Burgenland leistet, auch durch die Jury des BVZ-Martini Anerkennung gefunden hat, freut Horst Horvath besonders, wie er bei der Preisverleihung in seinem Büro in Oberwart betonte: „Ich sehe das als Auftrag, mich noch viele Jahre lang in den kultur- und gesellschaftspolitischen Themen des Landes einzubringen.“

Zur Person: Als gelernter Werkzeugmacher engagierte sich Horvath schon in jungen Jahren in Arbeitsmarkt- und Sozialprojekten. Unter anderem gründete er das Antifa Personenkomitee Burgenland, war aktiv bei der Gründung des Roma-Vereins Oberwart und federführend beteiligt an der Organisation des Lichtermeers gegen Fremdenfeindlichkeit in Wien.

Mit der Renovierung des Jugendhauses in Oberwart war Horst Horvath Ende der 1980er-Jahre an der Entstehung des Offenen Hauses Oberwart (OHO) beteiligt, wo er viele Jahre im Vorstand tätig war. Im OHO wurde 1992 auch der Verlag „edition lex liszt 12“ gegründet, in dem bis heute mehr als 150 Bücher von burgenländischen Autoren herausgebracht wurden.

Unter anderem wurde Horvath bereits mit dem Ehrenzeichen des Landes und dem Bruno-Kreisky-Preis ausgezeichnet.

Lesen Sie weiter: Die Preisträger in der Kategorien Sport, Zukunft und Engagement 

Kategorie Sport: Golfprofi Bernd Wiesberger
x  |  NOEN, Foto: Bruckner
Von Bernhard Fenz

Mit seinen 28 Jahren fällt Bernd Wiesberger durchaus noch in die Kategorie „jung“. Bei Ehrungen ist der Oberwarter aber längst ein alter Hase. Der mehrfache Sportler des Jahres im Burgenland überzeugte auch im zweiten Jahr des BVZ-Martini-Bestehens die Fachjury und wurde wieder souverän auf den Thron gewählt.

„Natürlich freut es mich, wenn meine Leistung anerkannt wird – etwa von einer fachkundigen Jury. Jede Ehrung ist schön, und da ich auch nach wie vor viel im Burgenland bin, freut es mich natürlich, wenn ich mit einer Kontinuität hier auch erfolgreich sein kann.“

Gerne nahm sich Österreichs Nummer eins im Golf („Für unseren Sport ist es optimal, dass wir auch so im Rampenlicht stehen.“) Zeit für die Übergabe – auch wenn alles knapp bemessen ist. Wenige Tage später verabschiedete sich Wiesberger Richtung Türkei zu den Turkish Open, wo er in der Vorwoche den hervorragenden siebenten Platz erreichte. Aktuell weilt das südburgenländische Golf-Ass in Dubai, ehe es danach zum Abrunden noch weiter nach Australien geht …

Zur Person: Geboren: 8.10. 1985; wohnhaft in Oberwart, Profi seit 2007. Der Durchbruch auf der European Tour – der größten Profi-Tour auf europäischer Ebene, die aber auch auf anderen Kontinenten Station macht – gelang dem Oberwarter 2012 mit Siegen im südkoreanischen Seoul und in Atzenbrugg (Lyoness Open).

2013 setzte sich Bernd Wiesberger (Stand 11. November) mit fünf Top-Ten-Ergebnissen auf der regulären European Tour sowie einem siebenten Platz bei einer der vier Finalveranstaltungen in der Türkei weiter in der Weltspitze fest. Ganz nebenbei gewann er auch noch das zur Asian Tour zählende Indonesian Masters. Der Südburgenländer rutschte auch in der Weltrangliste kontinuierlich nach vorne und kratzt an den Top-50. Das Saisonziel des 28-Jährigen: Ist er am 31. Dezember darin klassiert, bedeutet das Startberechtigungen für sämtliche großen Turniere.

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Kategorie Zukunft: Die Klassen 5AK und 5BK der Handelsakademie Oberpullendorf

Heuer wurde zum zweiten Mal der BVZ-Martini „Unsere Zukunft“ für ein innovatives Schul- oder Klassenprojekt mit nachhaltiger Wirkung aus dem vergangenen Schuljahr vergeben. Die Auszeichnung ging diesmal an das Projekt „Go für sustainable social responsibility! Soziales Lernen in der Schule und im Umgang mit Menschen in anderen oder besonderen Lebenssituationen“ der Bundeshandelsakademie/Bundeshandelsschule Oberpullendorf.

„Wir freuen uns über die Auszeichnung für ein Projekt, das seit 13 Jahren dazu beiträgt, Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit anderen Bedürfnissen oder in anderen Lebenssituationen abzubauen“, schildert Direktorin Helene Schütz-Fatalin.

Zum Projekt: Das Projekt basiert auf drei Säulen: Säule eins steht für eine Vorbereitungsphase, Säule zwei für die Aktionsgruppen und die dritte Säule ermöglicht die dreitägigen Aktionstage in unterschiedlichen Einrichtungen, die von den Schüler selbst gewählt werden. Das Projekt sensibilisiert alle Teilnehmer dazu, in einem „leistbaren“ Ausmaß Verantwortung zu übernehmen und die eigene Sozialkompetenz zu stärken. 

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Kategorie Engagement: Emmi Agha, Selbsthilfegruppen-Leiterin für Krebskranke

Von Bettina Eder„Ich mach‘ ja gar nicht so viel“, stellte Emmi Agha fest und bewies damit eine der Tugenden, für die sie viele sehr schätzen: die eigene Bescheidenheit. Dazu kommen Mut, Hoffnung, Lebensfreude – Das möchte Emmi Agha Krebspatienten mit der von ihr ins Leben gerufenen Selbsthilfegruppe Eisenstadt spenden.
„Ohne Dich wären wir aber nicht hier“, folgte die Antwort prompt aus dem Auditorium, als Agha den BVZ-Martini in der Kategorie Engagement aus den Händen von BVZ-Leiter Markus Stefanitsch bei einem Gesundheitsvortrag ihrer Organisation erhielt.

Agha weiß, was „Leben mit Krebs“ – so das Motto der Selbsthilfegruppe – heißt. Sie selbst kämpft seit 17 Jahren gegen diese Krankheit. Damals war Krebs und speziell Brustkrebs noch ein Tabuthema.
Sie spürte: Aufklärung tat not. Eifrig knüpfte sie Kontakt, kooperierte mit Ärzten, Psychoonkologen, Bewegungstrainern und Ernährungsexperten und baute das Angebot für die Teilnehmer immer weiter aus. Höhepunkt ist zweifelsohne der jährliche Benefizabend in Eisenstadt, an dem das Schloss Esterhazy ins rosa Licht der Hoffnung getaucht wird. Wichtig ist ihr auch hier die Vorsorge: „Rechtzeitige Früherkennung kann Leben retten.“

Zur Jurybewertung: Seit 18 Jahren kämpft die heute 65-jährige Emmi Agha gegen die Diagnose Brustkrebs. Es waren die Erfahrungen von Operationen, Strahlen- und Chemotherapie, die sie dazu bewegten, die Selbsthilfegruppe mit dem Motto „Leben mit Krebs“ zu gründen. Zu ihrer Lebenfreude kommt eine enorme, innere Kraft und der Wille den Krebs zu besiegen. Auch diese Kraft will die Ehefrau und zweifache Mutter weitergeben. Bei ihrer ersten Diagnose war Krebs noch ein Tabuthema.

Für Krebskranke und deren Angehörigen gibt es dort ein breites Angebot (Vorträge, Kochkurse, Workshops, Ausflüge...) geboten. Zu den Höhepunkten zählt der alljährliche Event im Brustkrebsmonat Oktober im Schloss Esterhazy, wobei das Schloss in das rosa Licht der Hoffnung getaucht wird. Sie möchte alle Burgenländer darauf aufmerksam machen, dass rechtzeitige Früherkennung Leben retten kann. Emmi Agha wurde mit dem Landesverdienstkreuz ausgezeichnet.