Erstellt am 15. Juli 2011, 08:37

Premiere fiel ins Wasser. Ein enttäuschter und trauriger Intendant der Seefestspiele Mörbisch, Harald Serafin, musste am Donnerstagabend die Premiere des "Zigeunerbarons" von Johann Strauß nach etwa eineinhalb Stunden Warten auf Beginn der Vorstellung schlussendlich absagen.

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Temperamentvoll hätte es gestern, Donnerstag, Abend bei der Seefestspiele Mörbisch-Premiere des "Zigeunerbarons" von Johann Strauß nur auf der Bühne zugehen sollen. Temperamentvoll zeigte sich hingegen leider nur das Wetter: Gewitter und Regen hielten Einzug und verzögerten den Beginn der Vorstellung. Als es nach etwa eineinhalb Stunden des Wartens losgehen hätte sollen, das durchnässte Publikum ihre Plätze einnahm, schüttete es plötzlich erneut wie aus Kübeln. Pfiffe ertönten in den Rängen, bis ein sichtlich enttäuschter und trauriger Intendant Harald Serafin die Premiere absagte, bevor sie überhaupt begann.

Es hätte Serafins vorletzter, fulminanter Premierenabend in Mörbisch werden sollen. Denn im kommenden Jahr feiert der dann 80-jährige "Mister Wunderbar" sein 20. und zugleich auch letztes Intendantenjahr. Verabschieden wird er sich mit der Strauß-Operette "Die Fledermaus". Im Herbst übergibt er dann das Zepter an seine Nachfolgerin, Kammersängerin Dagmar Schellenberger.

Serafin bleibt somit nur noch einmal die Chance, seine berühmt-berüchtigte Begrüßungsrede am Premierenabend zu halten und den ein oder anderen Promi bzw. Ehrengast auf die Schaufel zu nehmen. Ihm heurigen Jahr blieb ihm dies nun verwehrt. Der sonst so "wunderbare" Draht zum Wettergott war nicht gut gespannt. Die Rede fiel ebenso wie die Vorstellung ins Wasser.

"Ich danke euch, ich danke euch wirklich für euer Durchhalten", sagte ein geknickter Intendant kurz nach 22 Uhr. Als Belohnung für eben dieses lange Durchhalten - einige Besucher hatten sich zwischenzeitlich schon auf dem Weg zum Auto gemacht - gab es abschließend ein großes Feuerwerk. Die Bühne verschwand danach in der Dunkelheit, der Regen verabschiedete sich und so auch die Premierengäste.

"Es war wie verhext", sagte heute, Freitag, früh Seefestspiele-Geschäftsführer Dietmar Posteiner zur APA. Man habe zwei Meteorologieberater engagiert, die an Ort und Stelle das Wetter beobachtet haben. Die vorhergehenden Schauer bis zum Versuch, die Vorstellung zu beginnen, habe man einschätzen können. "Der Regenguss danach, als das Publikum bereits auf den Plätzen saß, den haben wir nicht gesehen", so Posteiner.

Bereits bei der Fahrt Richtung Operetten-Mekka Mörbisch zeigte sich der Himmel schwarz. Ein Gewitter brachte Regen und auch Hagel. Die Prominenz unter den Premierenbesuchern zeigte sich dennoch gut gelaunt und verwies auf regenfeste Ausstattung: "Ich habe einen Mantel an, einen Regenschirm dabei und zusätzlich noch einen Regenschutz", meinte etwa Benimm-Experte Thomas Schäfer-Elmayer. Zusammengekuschelt unter dem Schirm "wie schon lange nicht mehr" zeigten sich auch Skilegende Franz Klammer und seine Frau.

Keine regenfeste Kleidung musste sich das Premierenpublikum, dass es sich im trockenen und wohlig warmen Zu Hause vor dem Fernseher gemütlich gemacht hatte, überziehen. ORF 2 sendete die heurige Inszenierung des "Zigeunerbarons". Allerdings nicht, wie ursprünglich geplant, live, sondern die Aufzeichnung der Generalprobe.

Die Karten für die verregnete und schlussendlich nicht stattgefundene Premiere können laut Seefestspiele Mörbisch eingeschrieben und mit den Kontodaten des Käufers versehen an die jeweilige Verkaufsstelle zurückgeschickt werden. Der Ticketpreis werde danach umgehend auf das Bankkonto rücküberwiesen. Eine Barauszahlung sei aus organisatorischen Gründen nicht möglich, hieß es.