Erstellt am 16. Januar 2012, 16:57

Protestvideo von ORF-Redakteuren. Die ORF-Redakteure haben am Montag ein Video veröffentlicht, in dem sie einmal mehr in deutlichen Worten gegen die geplanten Postenbesetzungen im ORF protestieren.

Der kurze Film, der über die Plattform Youtube im Internet verbreitet wurde, zeigt Moderatoren und Redakteure der aktuellen Information, die eine Resolution verlesen, in der sie sich gegen parteipolitische Einflüsse auf den ORF wenden.

Unter anderem kritisieren sie, dass in den Redaktionen Dienstposten gestrichen würden, während für Stellen, die zur Erfüllung parteipolitischer Wünsche geschaffen worden seien, offenbar Geld vorhanden sei. "Wie sehr die aktuellen Postenbesetzungen als politisch ausgehandelt gesehen werden, hat auch die öffentliche Diskussion in den vergangenen Wochen klargemacht", heißt es in dem abwechselnd verlesenen Text.

Heftige Kritik setzt es an der ORF-Führung: "Weil der Eindruck entsteht, die Unabhängigkeit des ORF sei nicht mehr gegeben, halten wir das Vorgehen der ORF-Geschäftsführung in hohem Maße für unternehmensschädigend. Deshalb fordern wir den Generaldirektor auf, alle Vorhaben zurückzunehmen, die das Ansehen des ORF als unabhängiges Medienunternehmen beschädigen."

Vom Gesetzgeber fordern die Redakteure Rahmenbedingungen, die die Unabhängigkeit des Unternehmen sicherstellen würden, etwa durch eine Neuaufstellung der ORF-Gremien. "Der ORF gehört den Österreicherinnen und Österreichern, nicht den Parteien. Um das zu unterstreichen, werden wir unseren Protest fortsetzen." Das Video sei ausschließlich auf privatem Equipment erstellt worden, betonen die Journalisten.

Die Vorsitzende des ORF-Stiftungsrates, Brigitte Kulovits-Rupp, empfahl ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, die Ausschreibung für die Leitung seines Büros zurückzuziehen. Die ORF-Redakteure zeigen sich mit diesem Vorstoß nur bedingt zufrieden. Dass diese Wrabetz eine Neuausschreibung seiner Büroleitung nahelegte, ist laut Redakteurssprecher Dieter Bornemann nicht genug, wie er sagte. Die ORF-Journalisten wollen den bisherigen SPÖ-Stiftungsrat Pelinka in dem Job jedenfalls verhindern, wie er sagte. Die ORF-Redakteure sehen die Causa Pelinka als parteipolitische Personalie.