Erstellt am 07. April 2016, 13:00

von NÖN Redaktion

​Raiffeisen unterstützt die Passionsspiele. Raiffeisen ist ein langjähriger Sponsor der Passionsspiele St. Margarethen, insbesondere da der Reinerlös der 19 Aufführungen einem karitativen Zweck zu Gute kommt", erklärt Raiffeisenlandesbank Burgenland GD Dr. Rudolf Könighofer den Grund der Unterstützung.

Elisabeth Waha (eine der beiden Mariendarstellerinnen), Christian Katter (einer der beiden Jesusdarsteller), Pfarrer und Spielleiter Mag. Georg Lang, GD Dr. Rudolf Könighofer, Emmerich Waha (Satandarsteller) , Sonja Hofleitner (eine der beiden Mariendarstellerinnen)  |  NOEN, Raiffeisen
Bevor die Proben mit dem Volk im Steinbruch beginnen können, wird schon seit Ende November intensiv mit den Sprechrolleninhabern im Haus Bethanien geprobt. Die Regisseurin Julika Bachmann legt sehr viel Wert auf die genaue Aussprache und Betonung der Worte. Auch der Text sitzt schon, was für die Proben sehr förderlich ist. Ende April, wenn die Bühne fertig ist, sind dann die Proben im Steinbruch. Dort gilt es dann die Abläufe, die im Kleinen im Haus Bethanien geübt wurden, dann auf die großen Dimensionen des Steinbruchs umzusetzen. Ab Mitte Mai beginnen dann Proben für alle Mitwirkenden, beginnend vom Kleinstkind bis zu den ältesten Mitspielern. Die jüngsten Mitspieler werden bei der Premiere gerade ein paar Monate alt sein.

Die Premiere der Passionsspiele 2016 findet am Samstag, den 18. Juni um 17 Uhr statt. Einen Tag vorher holen sich beim offiziellen Eröffnungsgottesdienst alle Mitwirkenden auch „Gottes Segen“. Vom 15. bis zum 17. Juli findet in St. Margarethen auch das jährliche Treffen der Österreichischen Passionsspielorte statt. Dieses Treffen dient dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch unter den Gruppen. Da St. Margarethen auch Gründungsmitglied der Europassion ist, werden zu diesem Treffen auch die europäischen Passionsspielorte eingeladen. Etwa 120 Personen aus mehr als 25 Passionsspielorten aus 7 Ländern Europas werden zu diesem Treffen erwartet. Die Europassion ist die Vereinigung der Passionsspielorte Europas, der etwa 100 Orte aus 15 europäischen Ländern angehören.

90 Jahre Passionsspiele St. Margarethen

Die Passionsspiele St. Margarethen wurden erstmals 1926 durch Jugendliche der Pfarre St. Margarethen im Bauernhof der Familie Unger aufgeführt.

1929 wurde das Pfarrgemeindehaus, das heutige Haus Bethanien, errichtet, das in den folgenden Spielsaisonen als Spielort dienen sollte. Im Passionsspieljahr 1933 legte die Pfarrgemeinde ein feierliches Gelöbnis ab, die Passionsspiele alle 10 Jahre zur Aufführung zu bringen, "um sich die Gnade für ein neues, erweitertes Gotteshaus zu erwirken sowie zur religiösen Erneuerung der Pfarrgemeinde und des Heimatlandes".

Da das Pfarrgemeindehaus für dieses große Publikumsinteresse mit der Zeit zu klein wurde, mussten viele Zuseher abgewiesen werden. Dies war der entscheidende Impuls, sich auf die Suche nach einer neuen Spielstätte machen.

Seit 1961 im Römersteinbruch

1961 übersiedelten die Passionsspiele in die einzigartige Naturkulisse des Römersteinbruchs. Seither finden die Aufführungen alle 5 Jahre statt. Im Römersteinbruch erleben die Besucher ein unmittelbares, beinahe wirklichkeitsnahes Miterleben der Passionsspiele.

Seit 1961 stieg die Zahl der Mitwirkenden kontinuierlich von 300 auf 600 an. Auch die Zahl der Besucher steigerte sich von 20.000 auf beeindruckende 70.000 im Jahre 2006. Der Zuschauerraum wurde von 1.500 auf 3.500 und später nochmals auf derzeit 4700 Sitzplätze erweitert.

Die seit 1996 jährlich im Steinbruch stattfindenden Opernfestspiele machten 1999 eine Generalsanierung des Zuschauerbereiches und der Infrastruktur notwendig.

Die Darstellung der Passion erfolgt ausschließlich durch Laienspieler, die aus allen Alters- und Berufsschichten kommen. Durch die Gemeinschaft bei den Passionsspielen profitieren der gesamte Ort und das Dorfleben. Für die kommende Spielsaison werden wieder um die 60.000 Zuschauer erwartet.

Die Kraft des Evangeliums

Im ersten Teil der Passion werden einzelne Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt - wie etwa die Verkündigung der Geburt Christi, verschiedene Wundertaten, die Seligpreisungen und die Konfrontationen mit den Pharisäern und Schriftgelehrten.

Der zweite Teil beginnt mit dem Einzug in Jerusalem, zeigt das Letzte Abendmahl und stellt das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi dar. Mit der Sendung endet das Passionsspiel, dabei führt ein Evangelist durch das Spiel.