Erstellt am 25. November 2014, 12:56

Regisseur Robert Herzl verstorben. Der Opern- und Operettenregisseur Robert Herzl, ehemaliger künstlerischer Leiter der Seefestspiele Mörbisch und des Stadttheaters Baden, ist heute, Dienstag, im 75. Lebensjahr verstorben.

Robert Herzl  |  NOEN, Lackinger

Das gab die Volksoper Wien bekannt, wo Herzl von 1973 bis 2000 als Oberspielleiter 47 Inszenierungen in den Bereichen Operette, Musical und Oper erarbeitet hat und 1998 zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Gesicht der Volksoper mitgeprägt 

"Robert Herzl hat fast 30 Jahre lang das 'Gesicht' der Volksoper mitgeprägt und war eine unschätzbare Stütze für die jeweilige Direktion", so Volksoperndirektor Robert Meyer in einer ersten Reaktion. "Ihm verdankt das Genre Operette unglaublich viel. Seine Liebe und sein Enthusiasmus für das Theater und für die Volksoper sind für ihn immer an erster Stelle gestanden. Er ist ein Vorbild für alle, die das Theater lieben. Sein Tod ist ein großer Verlust für die Volksoper."

Robert Herzl wurde am 30. August 1940 in Graz geboren. Er studierte 1958-65 Schauspiel und Regie am Wiener Max-Reinhardt-Seminar sowie Gesang am Konservatorium der Stadt Wien. Zusätzlich absolvierte er ein Studium an der Hochschule für Welthandel, das er 1969 mit dem Doktorat abschloss.

Umjubelte Inszenierungen

Als Sänger debütierte er als Don Alfonso in "Cosi fan tutte" im Redoutensaal der Wiener Hofburg und war in der Folge am Stadttheater St. Gallen drei Jahre als Schauspieler, Sänger und Regisseur tätig. Ab 1972 arbeitete er an der Volksoper Wien, zunächst als Regieassistent und Abendspielleiter, später als Oberspielleiter und schließlich als Vizedirektor.

Zu seinen Inszenierungen zählten die Österreichische Erstaufführung von Hans Werner Henzes Kinderoper "Pollicino" (1983), die Österreichische Erstaufführung von Siegfried Matthus' "Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke" (1987) und die Uraufführung von Marcel Prawys Revue "Robert Stolz - Servus Du" (1992).

Mehrfach ausgezeichnet

Als Regisseur arbeitete er zudem für die Bregenzer Festspiele, die Wiener Festwochen, den Wiener Musiksommer, die Wiener Kammeroper, die Opernfestspiele im Römersteinbruch St. Margarethen und für zahlreiche Theater im In- und Ausland. 1984-89 war er künstlerischer Leiter der Seefestspiele Mörbisch, von 2005 bis 2014 künstlerischer Leiter des Stadttheaters Baden, wo 2013 seine Abschiedsinszenierung Mozarts "Die Hochzeit des Figaro"galt.

1985 wurde er mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse ausgezeichnet, 1986 mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Burgenland, 1992 mit dem Berufstitel Professor, 1993 mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.