Erstellt am 22. Januar 2012, 06:18

Schüller will weltweite Pfarrerinitiative gründen. Die Pfarrerinitiative, die zum "Ungehorsam" gegenüber der Kirchenleitung aufgerufen hat, will nun weltweit aktiv werden.

"Noch in diesem Jahr" werde man eine internationale Organisation gründen, kündigte Helmut Schüller im Interview an. Einen weiteren Gesprächstermin der reformfreudigen Pfarrer mit Kardinal Christoph Schönborn gebe es noch nicht.

Vorwürfe der persönlichen Eitelkeit oder Rachegelüste sind für Schüller "Unsinn". "2012 wird sicher das Jahr der Internationalisierung sein", stellt Schüller in Aussicht. Schon jetzt komme Unterstützung für die österreichischen Reformer aus aller Welt. Solidaritätserklärungen würden von deutschen Pfarrern bis hin zu australischen Bischöfen einlangen, französische Priester hätten für die österreichische Pfarrerinitiative sogar eine eigene Homepage eingerichtet. Schüller will mehr: "Wir schauen, ob wir uns nicht auf internationaler Ebene zusammentun können."

Das oft vorgetragene Argument der Kirchenleitung, drängende Fragen zum Zölibat und der Priesterweihe für Frauen könne man nur weltkirchlich klären, lässt Schüller nicht gelten. Die römisch-katholische Kirche etwa in Asien und Südamerika würde in 20 Jahren mit denselben Problemen konfrontiert sein wie jene in Mitteleuropa. "Ich glaube, dass wir hier eine Art Zukunftslabor sind", so Schüller.

Die Hauptgründe für Reformverweigerung sieht Schüller nach wie vor in der Weltkirchenleitung - und das nicht unbedingt beim Papst persönlich. Es seien mehr Zirkel wie "Opus Dei", "Opus" und die "Legionäre Christi", die an im Vatikan wichtigen Stellen das Sagen hätten und welche den Heiligen Vater oft "außen vor" ließen. Schüller vergleicht dieses System mit einer "absolutistischen Monarchie", glaubt aber, dass ein starker Papst auch solche Strukturen ändern könnte.