Erstellt am 02. Dezember 2013, 18:17

Seefestspiele Mörbisch setzen neben "Anatevka" auch auf Operette. Für ihre zweite Saison als Intendantin der Seefestspiele Mörbisch setzt Dagmar Schellenberger bekanntermaßen auf Musical und erlaubt sich mit "Anatevka" einen kleinen Seitensprung abseits der Operette.

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Dafür werden Operettenfreunde mit zwei Galaabenden im August entschädigt, wie die Nachfolgerin von Harald Serafin am Montagabend bei einer Programmpräsentation in Wien ankündigte.

Am 13. August (dem Tag des Beginns des Mauerbaus) und dem Folgeabend wird unter dem Titel "Operette kennt keine Grenzen" laut Plakaten einem Vierteljahrhundert "Fall der Eisernen Mauer" gedacht. "Es ist mir ein Bedürfnis, dieses historische Jubiläum bei den Seefestspielen zum Thema zu machen", so Schellenberger, die selbst aus der ehemaligen DDR stammt. Ildiko Raimondi und Pavol Breslik werden die Höhepunkte aus Operettenklassikern wie "Die lustige Witwe", "Die Fledermaus" oder "Wiener Blut" singen, während die Intendantin und Schauspieler Frank Hoffmann moderieren. Das Land Burgenland begeht zusätzlich am 13. August einen offiziellen Festakt zum Fall des Eisernen Vorhangs.

"Anatevka" ist Schwerpunkt gewidmet

Der eigentliche Schwerpunkt an 22 bis 23 Abenden zwischen 10. Juli und 23. August wird jedoch auf "Anatevka" von Joseph Stein (Buch), Jerry Bock (Musik) und Sheldon Harnick (Liedtexte) liegen. Der Wunsch nach einem Musical sei aus dem Publikum gekommen, unterstrich Schellenberger. Dem komme man mit dem 1964 uraufgeführten Broadwaystück gerne nach.

Die Hauptrolle in der Familiengeschichte rund um den Milchmann Tevje in einem jüdisch-ukrainischen Dorf um 1905 wird Volksopern-Ensemblemitglied Gerhard Ernst übernehmen. Für die Regie zeichnet Karl Absenger verantwortlich. "Das Stück ist für mich das beste, das die Sparte Musical je hervorgebracht hat", zeigte sich der Regisseur begeistert von der Vorlage. Für diese wird Bühnenbildner Walter Vogelweider ein gesamtes Schtetl auf die Seebühne stellen, das wie ein richtiges Dorf belebt werde.

Gewissermaßen einen Softstart erlebt die neue zweite Spielstätte mit 300 Plätzen, wenn an zwei Abenden "Heute Abend: Lola Blau" sowie einmal "Heute ziagt der g'schupfte Ferdl frische Socken an" gezeigt wird. Das ursprünglich geplante Kinderstück wurde aus finanziellen Gründen verschoben. Sie bleibe aber dran, zeigte sich Schellenberger optimistisch.