Erstellt am 15. Oktober 2012, 13:02

Senioren gegen Pensionsreform der Expertengruppe. Der Seniorenrat wehrt sich gegen den vor wenigen Tagen präsentierten "Expertenaufruf" zu einer "ultimativen" Pensionsreform.

"Wir lehnen dieses Programm nachhaltig ab", so Präsident Khol. Sein SPÖ-Gegenüber Blecha sieht in dem Modell, wonach das System künftig nur noch über ein Beitragskonto und zweckgebundene staatliche Zuschüsse geführt wird, eine "Kampagne" von neoliberalen Interessengruppen. Der Expertenvorschlag sei nicht nur ein "Angriff auf die soziale Sicherheit" in Österreich, sondern auch einer auf die Jugend, Witwen und Witwer sowie Künstler, meint der Seniorenrat. Vor allem Jugendliche würden heute Beiträge zahlen um Staatszuschüsse zu speisen, was sich bei Änderung des Systems nicht bezahlt machen würde. "Sie zahlen viel und bekommen wenig", fürchtet Khol, der in der Idee auch jene des Industriellen und Neopolitikers Frank Stronach verwirklich sieht. "Wir sind für richtige Reformen im Geist der sozialen Marktwirtschaft", fordert er stattdessen.

Blecha bestätigte Khols Aussage, wonach Sozial- wie Christdemokraten gegen eine derartige Reform seien. Zudem hantierten die Experten mit falschen Zahlen. So würden 3,7 Mrd. Euro an "wirklichen" Pensionskosten bleiben, welche jährlich, geht es nach dem Seniorenrat, fix budgetiert werden sollten. Bei der Ausgleichszulage handle es sich hingegen um "Armutsbekämpfung", welche in einem eigenen Posten gesichert werden sollte. "Das ist Sozialhilfe und hat mit unserem Pensionssystem gar nichts zu tun."

Nach wie vor setzt man im Seniorenrat auf andere Maßnahmen, um das Pensionssystem zu sichern: "Wir verlangen eine altersgerechte Arbeitswelt", meinte etwa Blecha. Auch ein Bonus-/Malussystem, um Menschen zu einem späteren Pensionsantritt zu animieren, schlägt der Rat vor. Zu einer transparenteren Berechnung forderte Khol auf, die Beamtenpensionen zu veröffentlichen: "Sie sind bisher Staatsgeheimnisse."